Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde15 (1909) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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15 (1909) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Tschinkel.

aufbewahrt und bei der ersten Aussaat zu unterst in den Korb gelegtoder wohl auch angenäht. Mit diesem Kranze werden auch die Kinderbei» Bildnaisch«( Wildnis ein schädlicher Windhauch) und ähn-lichen Krankheiten geräuchert.

Wer in der Christnacht in einen Backofen steigt, sieht seinenBräutigam davor stehen.

Am Neujahrstage treibt man das Vieh zeitlich zur Tränke; dabeischleift man die Rute am Boden nach. Die Rinder sollen dann imSommer nicht» scharzen«( toll herumspringen). Welches von denMädchen am Neujahrsmorgen, ohne sie zu zählen, eine gerade Zahlvon Holzscheiten in die Küche trägt, hat Aussicht, dieses Jahr unterdie Haube zu kommen. Nicht selten hat sich in der Neujahrsnachtdas Brunnenwasser in Wein verwandelt.

Am Paulustage( 25. Jänner) klopft der Bienenvater an die Bienen-stöcke und sagt:» Labat ihr noch, ott'r marǝt eu; heint ischt mitt'rBint'r«( Lebt ihr noch, so meldet euch; heute ist Mittwinter!)

Wer Knochen vom Fleische, das am Faschingdienstag gekochtwurde, in eine Lache wirft, hat viel von Fröschen zu leiden. Siefolgen ihm auf Schritt und Tritt, ja selbst auf Tisch und Bett. Bäcktman an diesem Tage Brot mit Sauerteig, so richten die Maulwürfeauf dem Felde großen Schaden an. Die Speisen, die zu Faschingübrig bleiben, werden auf einem Siebe getrocknet und dann zu Osternunters Mehl gemengt oder in die» Willə«( Fülle) gebacken.

Wer am Thomastag( 18. September) fastet und nichts spricht,dem erscheint der Bräutigam während der Nacht. In der Thomasnachtfeiern die Toten ihre Metten.

Beim Hirsereiben steckt man einen Stock in eine Garbe. Wemder Zufall diese Garbe in die Hände spielt, heiratet einen Witwer.Hält man ein brennendes Zündhölzchen am verkohlten Ende, so achteman, wohin sich der obere Teil neigt. In der angedeuteten Richtungsoll der Liebhaber zu suchen sein. Weiße Maisstämme verbürgeneine Braut. Nimmt eine Spinne das Ei, das man ihr weggenommen,wieder auf, so ist man der Treue des Geliebten sicher. Wer gerneden Mustopf ausleckt, dem verregnet's sicher seinen Hochzeitstag.Nach der Trauung trägt man die Braut, nun» Júngeu« geheißen, insHaus, damit sie mit ihrem Manne in friedlichem Einvernehmen lebe.Am ersten Wege zum Brunnen wird sie von jemandem begleitet.Sie muß danach ein Geldstück ins Schaff legen, das für ihren Führerbestimmt ist. Die Pferde sollen einen Wagen kaum ziehen können,auf dem eine schwangere Frau sitzt. Man reicht in solchen Fällenden Pferden gerne vorher aus der Schürze einer Frau Brot. Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber,die gerne Speck essen, bringen rotzige Kinder zur Welt. Einem Kinde,das erst einige Tage nach der Geburt getauft wird, kulent Hüntəgearn noch( bellen die Hunde gerne nach). Kinder, die früh lallen,reden spät.