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Kleine Mitteilungen.
hanndt zu beglaitten, der ist aber auf gehorsambliches Suppliciern von ainer loblichenTyrolischen Cammer sollicher Dienstperigkhait gnedig erlassen worden vnnd zinst nunfürtterhin järlich in das vrbarigellt..
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Von den mir bekannten Urbaren enthält nur noch das der Herrschaft Sterzing vomJahre 1543 ff. derartige Bestimmungen. Hier ist auf einem der letzten unnumeriertenBlätter eine Entscheidung des Hofgerichtes eingetragen, nach der die„ Inhaber desSachsenhofs( Saxenhöfe, Gem. Wiesen, Wlr. Moos) schuldig sein, hinfüron albegen diezwo Seilen am Galgen zu mach vnd auszurichten den Mayrleiten vn allen schaden; dasauch der Gump( jetzt abgenommener Name; das Urbar der Herrschaft Sterzing von 1459verzeichnet Bl. 24 a Gumppenhof unter Pfitsch) vnd Mayr als Inhaber des Mairhofs( wohlMair, Gem. Wiesen, Parz. Tulfer) schuldig sein hinfüron alwegen alle andere Notturfft,was zu dem hochgericht zu geben vnnd zu vnderhalten gehört, den vom Sachsenhofeon schaden verrichten sollen, das auch die mairleit schuldig sein, den vom Sachsenhofiren erlitnen schaden zu bezalen nach Erkantnus fünff oder siben herren des gedings".
Seit wann die genannten Höfe diese Dienste zu verrichten hatten, vermag ich nichtzu sagen. Für den Polsterhof wird die Beistellung von Bank und Polster durch die„ Lant-sprech des Gerichtes Glurns schon für die erste Hälfte des 15. Jahrhundertes bezeugt( s. Tirol. Weist., III, 8, 4), für die in Betracht kommenden Höfe der Gerichte Kastelruthund Sterzing fehlen mir ältere Zeugnisse, als sie die zitierten Urbare des 16. Jahr-hundertes darbieten. In dem aus den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhundertes stammendenUrbar der Grafschaft Tirol ist weder unter„ gericht Castelrütt", Bl. 2676 ff., noch unter„ Strasperch", Bl. 279 a ff., etwas hiervon erwähnt und dasselbe gilt vom Urbar der Herr-schaft Sterzing vom Jahre 1459. Das Schweigen berechtigt aber nicht zur Folgerung, daßdiese nicht nur als lästig, sondern offenbar auch als ehrabträglich empfundenen Dienst-barkeiten zu jener Zeit noch nicht bestanden. Es führt sie ja auch das Sterzinger Urbar von1543 nicht im Verzeichnisse der Güter und deren Leistungen an, und wir würden siedarans nicht kennen lernen, wenn nicht auf eines der leer gebliebenen Blätter jeneEntscheidung des Hofgerichtes geschrieben worden wäre.
Der Anbau und die Verarbeitung des Flachses im Altvatergebirge vor zirkafünfzig Jahren.
Von Josef Fischer, Wien.
Einen wesentlichen Bestandteil der Beschäftigung für die Bevölkerung im Altvater-gebirge, hauptsächlich in den Bezirkshauptmannschaften Senftenberg( Böhmen) undMähr.- Schönberg( Mähren), bildet heute noch der Flachsbau, obwohl die Preise des Flachsesgegenüber den Verhältnissen in der Mitte des vorigen Jahrhundertes bis auf ein Drittelgesunken sind zahlte man doch damals für den alten Wiener Zentner( 56½ kg) je nachGüte fl. 25 bis 35. Auch die Verarbeitung des Flachses hat sich in mancher Hinsichtgeändert, der Anbau ist im wesentlichen wohl derselbe geblieben.
Der Leinsamen wird auf gut verarbeitetem Acker( der Roggstoppel wurde imHerbste umgeackert und im darauffolgenden Frühjahr wiederum durch Ackern und Eggengelockert und mit Düngstoffen, Stalldünger, Knochenmehl, Holzasche, vermengt) in derRegel Ende Mai vom Landwirt gesät. Nach ungefähr drei Wochen wird das junge Flachs-feld von einigen Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag Weibern sauber ausgejätet und dann dem Wachstum überlassen. Sechsbis sieben Wochen nach der Aussaat, bei günstigen Witterungsverhältnissen nach früher,steht der Flachs in der Blüte und drei Wochen darauf hat sich seine Faser und„ Knotte“( Samenhülle) vollständig entwickelt. Der beste Flachs allerdings soll schon nach achtWochen, gleich nach der Blüte,„ gerauft werden( bei diesem entwickelt sich natürlichkein Samen), das heißt die Flachsstengel werden in kleinen Büscheln, welche man mitder Hand leicht umfassen kann, samt den Wurzeln aus der Erde herausgezogen. Dannwird er zum Trocknen auf die„ Brache"( Stoppelfeld) in„ Zeilen"( Reihen) ausgebreitet.Jetzt schlägt man auf dem Felde Pflöcke ein, die man mit Drähten umspannt; den Flachslehnt man dachförmig an, eine Art des Trocknens, die schneller von der Hand geht, daman ihn viel dichter zusammenstellen kann; auch für die Samenbildung ist dies bedeutend