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Höfler.
Taufkerze, in Wahrheit aber als Substitut für die apotropäischeWochenbettkerze der Juno Lucina, Lucifera, Candelifera( s. Lichtmeẞ-gebäcke, S. 315). Der kleine Fladen( Fig. 11), auf dem die drei funkelndenGeldstücke liegen, erinnert an den Hüllwecken( s. Wecken in Voll-möllers Festschrift, S. 13) und an das Verhüllen der Opfergaben, dieden profanen Blicken entzogen werden sollten.
In der Anweisung der christlichen Hebammen( Augsburg, 1738)wurde den Hebammen empfohlen,» im Namen der heiligen Drei-faltigkeit zu dem Neugebornen Brot, Salz und rohes Garn*)( Substitut des Haarzopfes?) einzulegen. In Schwaben erhält der Priesterdas sogenannte Aussegne brot( runder Halbbatzenleib), das mit einemEi, Garn und Wachs auf den Altar gelegt wird( Ploß- Bartels, II, 396).Das Taufbrot als Apotropäon wird auch zum Glücksbrot, wiejedes Seelenkultbrot. In Norwegen wird für die Taufe ein aus Gerstenoder Hafermehl mit Wasser angeknetetes Brot zwischen zwei hohlenKieselsteinen wie ein Aschbrot gebacken, ein sogenanntes Hartbrot,das sich vierzig bis fünfzig Jahre lang hält und mit zunehmendemAlter sogar besser schmecken soll; dies wird für besondere Familien-feste als Glücksvermittler( polaxcipiov) aufbewahrt und nicht selten iẞtder Großvater bei der Taufe seines Enkels noch von seinem eigenenTaufbrote, das bei seiner eigenen Taufe gebacken war( W. Hartmann,375); in Island wird dabei an Stelle dieses Aschenbrotes ein soge-nanntes Topf brot gebacken, das heißt ein sogenannter Napfkuchenan Stelle der älteren Topfgrütze( pottegrød in Dänemark). Aus demBrei entwickelte sich das Brot und aus diesem der festliche, besser,sorgfältiger gebackene Kuchen.
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Beim Verlassen der hinterwärts gelegenen Stube, in der dieKreißende niedergekommen( barnsceng) und eines Kindes genesenwar, opferte ehemals die Sechswöchnerin den Schicksalsgeistern denschuldigen Tribut, der im Christentum der Geistlichkeit zufiel für denSegen**)(» Hervorsegnen«); dieses Opfer erhielt sich in Erinnerung alssogenannte» Stubete« oder» Kemenate«( caminata: heizbare Stube;ahd. ze chemenaten gân= niederkommen); die» Stubete<< wurde zumBesuchsgeschenk für die Wöchnerin( Schweiz)( Schw. A. f. V. K., III, 141).
Bei den Griechen bestand ebenfalls eine Wochenbettfeier. Cen-sorinus, der 283 n. Chr. lebte, schreibt in seiner Abhandlung De dienatali, XI, p. 51:» Quare in Graecia dies habent quadragesimos insignes.Namque praegnans ante diem quadragesimum non prodit in fanum...ob quam causam cum is dies präterit, diem festum solent agitare, quodtempus adpellant: tessopozostáv'«<; das heißt, bei den Griechen opfertenam vierzigsten Tage nach der Entbindung die Sechswöchnerinnen*) Garn== Flachs ist ein häufiges Opfer an den Kultstellen der drei Fräulein,die hierbei wie auch beim heiligen Drei königssalz vielleicht in Erinnerung erhaltenwurden.**) Kindbetterinnen- Segen, s. Alemannia, 1882, 189.