Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde15 (1909) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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15 (1909) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Gebildbrote bei der Geburts-, Wochenbett- und Tauffeier( Geburts- und Namenstag). 93

348, gaben die Kapuziner zur Erleichterung der Geburt dem kindendenWeibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe einige geweihte Brötchen, sogenannte Kapuzinerbrötchen.

In manchen Gegenden von Schleswig- Holstein herrscht derBrauch, den Kühen nach dem Kalben eine Schnitte Schwarz brot,mit» schwarzem« Kümmel bestreut, oder dunkelgeröstetes Brot mitetwas Branntwein einzugeben( W. Hartmann, 295), ein Brauch, dersicher vom kindenden Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibe auf die kalbende Kuh sich übertrug.Auch im Voigtland bekamen die Kühe beim Kalben gesalzenen Butter-fladen, den die Hausfrau selbst, wenn sie zur Kuh geht, unterm Armeträgt( Köhler, 428).

Wenn in Böhmen die Kuh zum erstenmal kalben soll, gibtihr die Frau eine in Brot gesteckte Fledermaus( ein elbisches Wesen,s. Höfler, Organotherapie, S. 112, 180, 249) zu fressen, dann einen so-genannten Haferkuchen, in welchem eine vom Christabend her ingeweihtem( apotropäischen) Salz aufbewahrte Nußschale( Fruchtbar-keitsmittel) und ein halber Apfel eingebacken ist( Wuttke 3, 442).

An den Dienstleistungen bei der Geburt oder Taufe und dessenBelohnungen partizipieren eigentlich nur die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber; der Pfarrherrnur als Vermittler des göttlichen Segens und der Taufe; die Männernur nominell als Taufpaten( Strohpaten, Strohgoten).

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Fig. 11. Nürnberger Kerzendreier.

a die rote Papierhülle für den kleinen Fladen b,

auf dem drei Goldmünzen liegen.

In Schaffhausens älterer Zeit erhielt der Bote( meist eine Magd),welche die frohe Kunde von der Ankunft eines Kindes als Botschaftumsagte, neben einer weißen Schürze und Blumensträußen( also inErinnerung einer sakralen Handlung), das Boten brot, und zwarbei einem Knaben zwei, bei einem Mädchen nur eines( Birlinger,Sitten, II, 233); dieses Brot entspricht der griechischen yapa(= Mitanteilnahme an der Freude)( Z. d. V. f. V. K., 1894, 148). InNürnberg erhielt der Pfarrer, im Ansbachischen die Hebamme, denin rotes, glänzendes Wachspapier eingehüllten sogenannten» Kerzen-dreier«( Fig. 11), das heißt einen Miniaturfladen( aus Schokolade) mitdrei Münzen darauf, angeblich als Entschädigung für das Brennen der