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Moser.
Biberpelz( auf dem Festzuge sah ich diese Kappe auch bei einigenMännern aus Oberschlesien), bei den Slowenen» Verkindisch«, beiden Italienern» Caregon«( Lehnsessel) genannt, die gewöhnlich vomGroßvater der Enkel ererbte. Beim Festzuge war nur einer mit dieser» Verkindisch« erschienen.( Vergl. Abb. 4: Mann mit»> Verkindisch<<und Frau aus Miramare bei Contovello.) Die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber, die Juze, Južke,trugen weiße gefältete Röcke mit buntfarbigem Saum, eine kurzeschwere Tuchjacke und bedeckten den Kopf mit einem weißen, amRücken lang herabhängenden, mit Spitzen und Fransen verziertenLeinwandtuch.
Der Menschenschlag der Territorialen ist meist ein hoher, statt-licher, von blonder Rasse und blauen Augen, starkknochig und un-gemein ausdauernd bei allen schweren Arbeiten. Während dieMänner im Winter als Maurer, Steinmetze und Straßenpflasterer tätigsind, im Frühling und Herbst dem Weinbau wie auch, jedoch selten,dem Fischfange obliegen, wandern die Bäuerinnen, Juzke, mit schwer-beladenem Korbe auf dem Kopfe, unter dem sich ein Leinwandkranzbefindet, zur Stadt, um entweder Gemüse, Blumen oder Milch anden Mann zu bringen.
Die Gemeinden Contovello und Prosecco waren diejenigen, welchean 66 Personen meist weiblichen Geschlechtes, zum Festzuge ent-sandten. Die Auswanderung nach Brasilien, die in früheren Jahrensehr überhand genommen hat, hat mit der Hebung der Weinkulturbeträchtlich nachgelassen.
Istriens Volksstämme im Festzuge.*)
Istrien gehört, so klein es ist, in ethnographischer Hinsicht zuden interessantesten Ländern der österreichisch- ungarischen Monarchie,da das Land Bruchteile von zwei Slawen- und zwei Romanenstämmenbevölkern. Während die romanischen Stämme vorzugsweise dieKüstenstriche bewohnen und hier, meist in Städtchen angesiedelt,lebhaften Handel mit Landesprodukten betreiben, sind die Slawen,Serbokroaten und Slowenen, im Innern, sowohl in der Ebene alsauch im Gebirge als Ackerbauern, Hirten und Holzschläger angesiedelt.Vom Norden gegen Süden hin, wie von West gegen Ost zeigt sicheine auffallende Verschiedenheit in der Bevölkerung in Sitten, Ge-bräuchen und Trachten, so daß wir eine förmliche Musterkarte voruns haben. Insbesondere sind es die Slawen, welche in den ver-schiedenen Siedlungen Istriens sich untereinander oft sehr wesentlichunterscheiden. Für den Ethnographen bleibt hier noch ein gewaltigesStück Arbeit zur Bewältigung. Nur die vollständige Kenntnis derLandessprachen und ein längerer Aufenthalt im Innern würden denForscher in den Stand setzen, seine Beobachtungen zu verwerten.
*) Vergl. hierzu diese Zeitschrift III, S. 97 ff.:„ Zur Ethnographie Istriens*( mit15 Abbildungen) von Josef Stradner.