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Dachler.
In Niedersachsen ist das Wort Stube für einen beheizbarenWohnraum wenig gebräuchlich und dies dürfte aus Mitteldeutschlandübertragen worden zu sein. Der Ofenraum, erst nach 1500 auftauchend,heißt Döns, welches Wort slawischer Abstammung zu sein scheint. ¹)Der Übergang aus der Bade- in die Wohnstube und auch der Bestandeiner wirklichen Badestube ist hier nirgends verbürgt, wird abernach dem Vorhandensein des Wortes und dem Vorkommen südlichund nördlich nicht ganz abzuweisen sein. Eine merkwürdige Spurdavon ist das Wort Stöffchen für die niederdeutschen Fußwärmer,welche eine warme Stube teilweise ersetzen sollen.
In meiner Abhandlung über nordische Bauernhäuser habe ichdie im Stockholmer Freiluftmuseum Skansen befindliche finnischeRauchbadstube geschildert, 2) welche unter bescheidenen Verhält-nissen auch zugleich Wohnraum und Getreidedarre. ist, währendBessergestellte eine eigene Badehütte mit derselben Badeeinrichtunghaben. Auf dem durch Feuer glühend gemachten Gewölbe aus Kopf-steinen wird durch Übergießen mit Wasser Dampf erzeugt, währendder Badende auf einer hochliegenden Bühne aus Stangen ruht. ³)Es ist die Badeeinrichtung der Skythen nach Herodot 4) in grund-sätzlich gleicher Form, wie solche noch heute in Rußland, bei denrussischen Finnen und Letten sowie bei den unter lettischem Einflußstehenden Schweden auf der Insel Runö im Rigaischen Meerbusenüblich ist. 5)
Herr Dr. S. Ambrosiani vom Nordischen Museum in Stockholmmachte mich vor einigen Monaten aufmerksam, daß es in Schwedenaußer den oben erwähnten finnischen Badestuben noch zahlreicheandere( bastu, bastun) gibt, in denen aber zum Unterschiede von denfinnischen nicht gebadet wird und welche gegenwärtig nur zumFlachsdörren, früher auch als mindere Wohnstuben dienten, also wiebei uns in den Alpen. Er hat mir bereitwilligst brieflich darüber Aus-kunft erteilt und Quellen genannt, wofür ich ihm Dank schulde.Solche Bauten sind gegenwärtig in Skansen nicht vertreten.
In diesen Badestuben stehen Öfen, bei denen sich zweierleiHauptformen unterscheiden lassen, die in den Abbildungen 2 und 3von zahlreichen Beispielen als typisch ausgewählt sind.º) In Ab-bildung 2 sehen wir den Heizraum, dessen Gewölbe aus Stein oderZiegel einige Löcher hat und mit Kopfsteinen bedeckt ist, die fast
1) Rhamm 161, 431 f.
2) Zeitschr. f. öst. Volkskunde XIV, 18 f.
3) Abb. 2, bei A. Martin S. 3.
4) Verfasser in Ber. u. Mitt. d. Alt.- Ver. in Wien, 40, 161,
5) Bielenstein: Holzbauten der Letten, 111, 112. Vom Verfasser auszugsweise gegeben
in Zeitschr. f. öst. Volkskunde XIII, 175, 178.
6) Entnommen aus:„ Ymer", Zeitschr. d. schwed. Ges. f. Anthrop. u. Geogr. 1905.Abb. 11 u. 17, S. 199 f.