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Brockhausen.
ich darauf, daß er sich das Muster aus den Kirchenfenstern heraus-genommen und einige passende Abänderungen vorgenommen hat., Ös seid's a Mordskerl! sagte ich. Der Mann hat auch nicht denSchimmer eines Zeichenunterrichtes je gesehen, macht aber sehrschöne Sachen, zum Beispiel: Tisch mit Einlegearbeit.
» Nr. 2( Kaunerberg) hat ein gewisser Josef Eiterer von Kauner-berg vor zirka zwanzig Jahren gemacht. Er war Knecht beimbetreffenden Bauern, wo die Stalen noch sind, und hat in freienStunden dieselben hergestellt. Eiterer ist, wie mir der Bauer sagt,ein, Mordskampl', der sehr schöne Sachen machen kann, wenn er will.Die Zeichnung hat sich aber Eiterer sicher am Widum in Kaltenbrunnabgeguckt, wo das Original noch ist. Dasselbe hat der kunstsinnigePfarrer Förg, der sich in der Renovierung der Kirche ein Denkmalgeschaffen hat, selbst angefertigt. Ein Vergleich zeigt jedoch, daßder Knecht Eiterer das Muster ganz nett in den Bauernstil übersetzthat, namentlich in der bunt- bauernmäßigen Bemalung.<<
Ich hatte jedoch ein anderes Exemplar von Eiterers Stalen zuGesicht bekommen und skizziert, das sich nur durch Pfostensäulchenstatt der friesartigen Umrahmung von Nr. 2 unterscheidet; es istNr. 8 auf Tafel II. Ich teilte dies dem Pfarrer mit und seine Antworthierauf lautete:
» Die Stale Nr. 2 stammt von demselben Hause und von dem-selben Eiterer, wie die Ihrige mit Pfostensäulchen. Jedenfalls habenSie hier einen Beweis, daß der Knecht nicht mechanisch arbeitete,sondern auch kleine Veränderungen anzubringen wußte.<<
Hier möchte ich den Leser noch auf das besonders freie Schaltendes ,, Künstlers" aufmerksam machen, indem er sich bei der Längen-bemessung der Stalen durchaus vom Bedürfnis, nicht aber vom Musterleiten ließ, wodurch auf der rechten Seite ein Kreis gekappt erscheint.Weiter im Text des Herrn Pfarrers:
» Nr. 3 und 4 in Vergötschen hat ein gewisser Josef Gfall gemacht,vor zirka zwanzig Jahren. Gfall hat als Kaiserjäger in Bosnien gedient,wo seine Jugendkraft gebrochen wurde. Er kam siech und krankzurück und hat durch, Paschlerei( leichtere Arbeiten bäuerlicherHausindustrie) sich die traurigen Jahre seines unheilbaren Siechtumserleichtert. Der Mann hatte viel Anlage, das sah ich an einem rechtniedlichen Tintengefäß, das Gfall aus verschiedenem Holz geschmack-voll zusammenstellte.<<
Zu Nr. 3 wäre zu bemerken, daß ich es als ein offenbar beliebtesMuster in verschiedenen Varianten wiederfand und daß ich da eben-falls ein anderes Exemplar als das eingesandte skizziert hatte: Nr. 9auf Tafel II. Weiters heißt es in den Briefen:
» Nr. 5, das ich noch aus eigenen Stücken beilegte, ist richtigeBauernarbeit, originell, aber etwas massiv. Unser Talkomiker, der weiß-haarige Daniel Wolf, hat es gemacht, seines Zeichens: Bergführer,