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Ethnographische Chronik aus Österreich.
des Erzherzogs Franz Ferdinand stehenden Verein für österreichische Volkskunderichten daher die Unterzeichneten an alle Teilnehmer die Bitte, den mitgebrachtenSchatz an historischen Kostümen und Gerätschaften zu erhalten, in die Heimatzurückzunehmen, und nur wenn zwingende Gründe für die Entäußerung sprechen,sich in erster Linie an den Verein für österreichische Volkskunde zu wenden.
Für den vorbereitenden Arbeitsausschuß: Graf Wilczek, Dr. Rudolf Ritterv. Förster, Sektionsrat im Ministerium für Kultus und Unterricht, Alfred WalcherRitter v. Molthein, Dr. M. Haberlandt, Direktor des Museums für österreichischeVolkskunde.
Anfragen und Zuschritten bittet man an Dr. Michael Haberlandt, Wien,1. Wipplingerstraße 34, zu richten.
Der genannte vorbereitende Arbeitsausschuß beabsichtigt, im Anschluß an denNationalitätenfestzug unter Heranziehung zahlreicher berufener Kräfte in den Königreichenund Ländern mit dem Museum für österreichische Volkskunde als Arbeitsmittelpunkt,im Herbst dieses Jahres an die Vorbereitung einer großen wissenschaftlich- künstlerischenAufnahme der österreichischen Volkstrachten zu schreiten und behält sich vor, zu diesemZeitpunkt mit einem diesbezüglichen Arbeitsplan an die Öffentlichkeit heranzutreten.
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Das Zentralkomitee des Kaiserhuldigungsfestzuges hat beschlossen,zur Erinnerung an den Festzug vom 12. Juni ein großes künstlerisches Prachtwerk mitkünstlerischer Darstellung der wichtigsten Festzugsgruppen und erläuterndem Text alsHuldigung für Seine Majestät herauszugeben. Die Chefredaktion des Nationalitätenteileswurde dem Unterzeichneten übertragen. Derselbe erbittet sich die werktätige Teilnahmeder zahlreichen Künstler und Vaterlandsfreunde, denen das so herrlich gelungene Schau-spiel des Festzuges verdankt wird, auch bei diesem zu bleibender Erinnerung bestimmtenmonumentalen Werke, das unseren Völkerstämmen zur höchsten Ehre dienen soll.Dr. M. Haberlandt.
Lungauer Volkskunst in Schloß Moosham.
Schloß Moosham liegt im oberen Mutale zwischen den beiden Orten Tamsweg undSt. Michael im Lungau. Es wurde vor zirka zwanzig Jahren von Seiner Exzellenz dem HerrnGrafen Hans Wilzcek angekauft, der es mit bekanntem großen Verständnisse restaurieren ließund vollständig einrichtete. Die Einrichtungsstücke sind zwar teilweise neu- wenn auch mitgroßem Geschick nachgeahmt ―stammen zum Teil auch aus dem Pinzgau, aus Tirol, Steier-mark u. s. w., immerhin rührt aber ein großer Teil derselben aus Lungauer Bauernhöfenselbst her, so daß Moosham jedenfalls die größte und vollständigste Sammlung vonLungauer Volksaltertümern besitzt. Ich glaube daher, daß es von Interesse sein dürfte,die ganze Sammlung aufzuzählen und an dieser Stelle mitzuteilen. Sie umfaßt im ganzenetwa 150 bis 200 Stück; hauptsächlich Möbel, dann Öfen, Türen, Plafonds, Kleidungs-stücke etc. Zu erwähnen sind ferner Butter- und Lebzeltmodel und die ziemlich reich-haltige Sammlung von Zinn- und Tongeschirr.
Der Übersichtlichkeit halber erfolgt die Aufzählung nach den Kategorien derGegenstände und nicht nach ihrer Aufstellung, eine Ausnahme bilden bloß die beidensogenannten Prinzenzimmer, die am Schlusse des Aufsatzes zur Besprechung kommen, dasämtliche Gegenstände auch bei dem früheren Besitzer, einem Bauern bei Tamsweg, inderselben Gruppierung gestanden sind und somit ein einheitliches Ganzes bilden."
1. Betten. Sie sind meistens aus dunkelgebeiztem Zirbelholz; die Himmelbettenmeist ohne Schnitzerei, die anderen zum Teil mit sehr reichem Schnitzwerk, Rosettenund Malerei.
a) Bett im I. Stock des Hauptgebäudes: Ein Himmelbett vom Burenbauern inTweng, der Himmel getragen von vier gotischen Kugelsäulen, die untere Seite des Himmelsin sechs Felder geteilt; im übrigen kein Schmuck.
b) Bett im Viktor Emanuel- Zimmer: Ganz schwarz gebeizt, die Seitenwände einfach,Kopf- und Fußteil mit Rosetten und Herzen verziert.