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Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde.
Kaiserliche Sammlung altertümlicher
Beleuchtungsgegenstände.
Eigentum der kunstindustriellen Sammlungen des
Allerhöchsten Kaiserhauses.
( Von Seiner Majestät dem Kaiser dem Museum für österreichischeVolkskunde zur Ausstellung überwiesen und zum Teil durchGegenstände des Vereinsbesitzes ergänzt.)
Säule 163: Hängeleuchter mit Rosten; Kien-leuchten für Tisch und Herd; Kienleuchten aufStänder, mit Sattel zum Höher- und Tieferstellen;4 Tafeln mit Kienleuchten aus Schmiedeeisen;Feuerrössel; Gärmaul( 3 Exempl., 15. bis 16. Jahrh.);Spanhobel. Unten: Pfannknechte in schönsterSchmiedearbeit, 17. bis 18. Jahrh.( letztere Eigentumdes Museums); Kienleuchter mit Tonmantel, Zwettl.
Aufsatztisch 164: Siebenarmiger Kerzen-leuchter in kunstvoller Schmiedearbeit; Kerzen-leuchter, einfach und doppelt, mit Kleinfedern;Glockenleuchter; Schiebleuchter; Handleuchter;Kellerleuchter; Kerzengußformen, 16. bis 19. Jahrh.Zumeist Alpenländer.
Säule 165: Arm- und Wandleuchter in kunst-voller Schmiedearbeit; Kirchenleuchter; Tisch-leuchter; Löschhörner; Nachtöllampen mit Stunden-glas; Streckleuchter; Kirchenleuchter und Kirchen-laternen; Wagen-, Stall- und Handlaternen;Zwickleuchter für Wachsstöcke; Schmiedezunft-leuchter; Schusterlampen; Talglampen; Gruben-und Oellampen.
Die Bauernstuben.
Die Einrichtung derselben ist im ganzen undgroßen wohl typisch, aber der beschränkten undunvollständig abgeschlossenen Räumlichkeitenhalber zum Teil unvollständig. Außerdem sind zahl-reiche Ausstellungsgegenstände über die fak-tische Verwendung in den Wohnstuben weithinausreichend in denselben( anderweitigenRaummangels wegen) untergebracht.
1. Oberösterreichische Wohnstube.
Die Möbel, zumeist um die Wende des 18. Jahr-hundertes datiert, sind in jenem Stil und Geschmackbemalt, der für die Gegend zwischen St. Florianund Steyr in besseren Bauernhäusern typisch ist.Um den Ofen aus grünen Kacheln läuft dieOfenbank und das Ofengeländer(» Ofnglana<<),das zum Trocknen von Wäsche und nassen Ge-wändern benützt wird. In der Ecke ist das Altarl,mit Kruzifix und Heiligenbildern, gewöhnlich be-hängt mit dem meist rot gestickten Altari tuch,das aus dem Brautschatze der Hausfrau stammtund von ihr selbst in ihren Mädchenjahren ver-fertigt wurde. Es fehlt die typische Eckbank,die an den Wänden des Zimmers läuft. Eigenartig
ist die Bemalung des Tisches( mit Eßbestecken)sowie die Dekoration des Kastens,» 1792«, diedurch Nachahmung von Intarsia, Aufkleben vonbemalten Kupferstichen( Kaiser Josef II. undFriedrich II., österreichische Soldatentypen u.s.w.)sowie Uebermalung hergestellt ist. Neben derStube liegt:
2. Das» Stübl«( Stubnkamma), die Schlafstubn.Es ist kleiner als die Stube. Das doppel-spannige Bett( mit gestickter Bettwäsche), dieWiege, eine oder zwei Truhen, ein Kastenbilden den Zimmerrat.
3. Steirische Wohnstube( Ennstal).
Ohne typische Anordnung sind hier im wesent-lichen bloß die schweren, gut und alt bemaltenMöbelstücke( aus der Mitte des 18. Jahrh.) ausObersteier zusammengestellt. Auf dem Tisch unteranderem: ein Hackbrett, ein bäuerliches Hazard-spiel.
4. Schlesische Wohnstube.
Auch hier sind Möbelstücke aus Ostschlesienohne strenge typische Anordnung zusammen-gestellt. Bemerkenswert der Kastentisch( 18. Jahrh.),die typische Drehbank, die Weberzunfttruhe ausJablunkau, die hölzernen bemalten Schüsselreme( połka), der Handwebstuhl samt Zubehör( einigesdavon auf der Decke des Raumes); ferner die aufGlas gemalten und mit Schmuck behängtenBilder.
5. Slowakische Stube.
Charakteristisch ist die bunte Bemalung derMöbel. Die Stelle der Kleiderkästen, welche durch-wegs fehlen, vertreten die Truhen. Die Verzierungder Wände erfolgt durch Patronen, die in halbierteErdäpfel eingeschnitten werden. Sämtliche Ein-richtungsstücke dieser Stube stammen von Groß-Blatnitz in Mähren. Der Ofen aus grünen Kachelnkonnte Raummangels wegen nicht aufgestelltwerden.( Ein Nischenkachel davon mit plastischerMuttergottes befindet sich in Nische 72.)
Einrichtungsstücke: Ein blaues, buntbemaltes Bett,» postel«, mit Leintuch, zweiTuchenten und sechs Pölstern; zwei blaue, be-malte Truhen,» truhla«, die eine über hundertJahre alt; an der Bettwand eine aus Binsen ge-flochtene Matte.( Das Flechten von Matten unddergleichen aus Binsen bildet einen wichtigenErwerbszweig der Groß- Blatnitzer, der sie in diemeisten größeren Städte Europas führt.) Ein drei-seitiger Eckschrank( dieser Schrank, der heutenicht mehr gebräuchlich ist, stand in einer