Grabverse aus Gonobitz( in Steiermark) und Umgebung.
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schön bemalte Möbel eingestellt, die Wände teilweise oder auchganz getäfelt und später nach holländischem Beispiel zuerst in Fries-land, dann stets weiter gegen Osten mit glasierten und gemustertenFliesen belegt. Die Wände mit Kasten- und Betteinbau erhieltendann allein Täfelung, alles mit vorbedachter Einteilung. Der Wett-eifer im Großtun brachte es dahin, daß schon im 16. JahrhundertAusstattungen entstanden, die mit reichen Palastgemächern wett-eifern konnten, wie die gegenwärtig im Freiluftmuseum zu Meldorfin Holstein befindliche Pesel des Markus Swin von 1568 mit reichkassettierter Decke und prächtigen Möbeln. Große Stücke hielt manbesonders auf reich geschnitzte Möbel, welche sich in gediegenerkunstvoller Ausführung bei reichen Bauern finden und alle nordischenMuseen füllen. Da aber Betten und Schränke in die getäfelte Wandeingelassen sind, so sieht man große Schränke nicht so häufig wieim Süden, meist nur Tische, Sitzmöbel und besonders Truhen. DieSchnitzerei überragt weit, bemalen wird oft nur der Grund, seltensind bemalte glatte Möbel.
Für die Dornsen, welche wirklich beheizbare Gemächer waren,wurden eiserne, fast stets in Kunstguß ausgeführte Bilegger( Abb. 6a,b, c), seltener Kachelöfen aufgestellt. Oben steht der messingene ver-zierte» Stulp« zur Bedeckung von zu erwärmenden Hafen, darüberder hölzerne kunstvoll geschnitzte Heck zum Trocknen der darübergehängten nassen Kleider oder anderen Stoffe.
Grabverse aus Gonobitz( in Steiermark) und Umgebung.Von Dr. Aug. Stegenšek, Marburg.
Der Verfasser hat im Jahre 1905 in den Sommerferien sämtlicheGrabverse der zwölf Friedhöfe des Dekanats Gonobitz aufgenommen.
Der größere Teil( 93) istst slowenisch, der kleinere, aber relativ ältere,( 51) deutsch. Indem er letzteren hier publiziert, glaubt er ihreBedeutung näher würdigen zu sollen.
Das erste Moment, das für diese Gegend auffällt, ist die Wahlder Sprache. Das nationalpolitische Ringen läßt sich auch aus denGrabschriften lesen, und wenn einmal die Wogen des Streites sichgelegt haben werden, wird ein genaueres Studium der Grabschrifteninteressantes geschichtliches Material für den nationalen Wandel inder Gegend, selbst innerhalb einzelner Familien bieten. Im Anfangdes 19. Jahrhundertes sind alle Inschriften deutsch, nur bei Geistlichenmanchmal lateinisch. Die sich die Inschriften setzen ließenwaren nur Bürgerliche und die Intelligenz verstanden eben alleDeutsch, waren in dieser Sprache erzogen, verbanden aber damit keinnationales Empfinden. Der erste slowenische Grabvers kommt erst imJahre 1849 vor( bei einem Geistlichen), der zweite 1854( ebenfalls beieinem Geistlichen), fünf weitere in den Jahren 1861-65, wovon vier
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