Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde14 (1908) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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14 (1908) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Dachler.

Einteilung angebrachten rein geometrischen Zierelemente, ähnlichwie in den Karpathen, überhaupt bei vielen Völkern auf niedrigererKulturstufe. Alles andere ist handwerksmäßig im guten Sinne. DieSchnitzerei wird mehr bevorzugt als die Malerei. Wo letztere selbst-ständig auftritt, geschieht es überwiegend in naturalistischer Art,doch auch oft gut stilisiert. Sehr häufig sind verzierte Haushaltungs-gegenstände, die offenbar nicht zum Gebrauch, sondern nur als Ge-schenk dienten. Der Kerbschnitt scheint auch handwerksmäßig geübtworden zu sein. Das Bandornament mit Tieren tritt auch später aufund schlangenartige Bandwerke in prächtiger Anordnung sind nichtselten. Der Flachschnitt ist nicht auf Ausgründung allein beschränkt,sondern überall reliefartig behandelt.

: Die Möbel sind in früherer Zeit und bei Bauern höchsteinfach und schwerfällig. Die Pracht wie im nordwestlichen Deutsch-land wird auch später nicht erreicht, doch fehlt es bei gewöhn-lichen Bauern nicht an zierlichen Einrichtungsstücken. Mit Vorliebewerden Stühle und Eckschränke verziert. Die Mangelbretter erfreuensich auch hier, wie fast überall, eines reichen Schmuckes anSchnitzerei. Sie scheinen ein beliebter Geschenkgegenstand desBräutigams für die Braut gewesen zu sein.

Finnland hat wenig an Schmuckformen aufzuweisen. DieVolkskunst steht dort noch in der letzten Zeit auf dem Standpunktder geometrischen Elemente in Verbindung mit Buchstaben. Islandbringt dagegen zahlreiches Gute. Die Schnitzerei ist gut ausgebildet,und es dürfte bei dem langen Winter mancher Bauer zu bedeutenderFertigkeit gelangt sein, so daß vieles handwerksmäßigen Eindruckmacht. Unter den Elementen sieht man Kerbschnitt, Nachahmung vonFlechtwerk, Bandornament und auch Bemalung. Sehr oft ist Schriftsehr geschickt als Fries verwendet. Die Erdwände in den Gemächernwerden mit mehr oder weniger verzierter Täfelung verdeckt, obwohlsie in der feuchten Luft rasch zugrunde geht.

Die niedersächsischen und dänischen Bauernhäuser zeigen außenwenig Schmuckformen und dies nur in einzelnen Gegenden. Das Ein-fahrtstor bei den Ställen hat öfter geschnitzte Gewände, Bogenfelderund Gesimse mit Inschrift. Der Rohbau der Fachfüllungen bei Ham-burg erhält fast in jedem Fache ein anderes Muster, sogar un-symmetrisch, wie ein Musterbuch. Als die Diele noch vom Rauchdurchzogen wurde, konnte innen von besserer Ausstattung keine Redesein, nur daß die damals in den Siddeln befindlichen Bettkojen mitSchnitzwerk umrahmt und mit hübschen Vorhängen geschlossenwaren. Die Bühne über dem Herde, wenn auch verraucht, war mitvier Pferdeköpfen und sonstigen derben Schnitzereien ausgestattet.Als sich jedoch der Bauer die Pesel als Wohn- und auch Schön-stube erbaute, machte man dafür allmählich wachsende große Auf-wendungen zur schönen Ausgestaltung. Es wurden geschnitzte und