Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Literatur der österreichischen Volkskunde.

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behauen und mit Schwalbenschweifen an den Ecken zusammengehalten.[ 13] Beim Bauwurden ähnlich wie in der Bukowina unheilabwehrende Mittel in die Wände eingelegt, hierEbeneschenzweige in Kreuzform. Man vermied wie sonst auch möglichst das teure Eisen.[ 15] Merkwürdig ist, daß man sich die Mühe machte, jeden Baum am Auflager nach derForm des unteren auszuhauen, um mit weiterer Hilfe durch Moosausstopfung gute Dichtungherzustellen. Dieses Verfahren ist auch in Schweden bei besseren Bauten üblich.[ 75] Dieinneren Wandflächen waren selbstverständlich stets mehr oder weniger angeraucht undwurden zwar manchmal gewaschen, dadurch aber nicht viel heller. Bei festlichen Gelegen-heiten behängte man sie mit weißen Bettdecken( in Skandinavien mit bemalten Linnenoder Papier). Als Unterlage des Hauses dienen Feldsteine. Decken hatte man ursprünglichkeine, später machte man sie aus schwachen Rundhölzern,*) jetzt legt man über dieBundträme Bretter und bedeckt sie mit Lehmanstrich.

Die Dächer waren früher meist mit Stroh gedeckt. Bei fensterlosen Gebäudenragte das Dach weit herunter. Sehr häufig sind Walme, oder mindestens in der unterenHälfte, so daß oben unter dem First ein dreieckiges Loch[ 17] zum Rauchabzug bleibt.( Dasniedersächsische Uhlenloch.)[ 18] Die Giebelhölzer endigen in Form von Tier-, meist Pferde-köpfen oder Hörnern, was hier kaum germanisch ist und wie es scheint ziemlich allgemeinvorkommt. Das Stroh am First wird durch Dachreiter in Scherenform gehalten. NachUmständen deckte man auch mit Rohr[ 22], in armen Waldgegenden auch mit Fichtenrinde.Sehr verbreitet war das Dach mit Lubben, nämlich aus Fichten gespaltenen 6 bis 9Schuh langen, bis 1 Zoll starken, im Dache voll auf Fug[ 23] verlegten Brettschindeln,richtiger schon Brettern. Wegen der Steilheit des Daches war eine Niederhaltung mit Steinenwie in den Alpen nicht möglich und so legte man auf jede der Dachflächen ein förmlichesGerippe aus verschieden starken durch Kreuze verstrebten Hölzern[ 25], welches in denunten mit aufwärtsstehenden Asthaken endigen den Sparren einen Halt fand.[ 26] DieseAsthaken finden in Schweden bei den Erddächern Anwendung. Gegenwärtig breitet sichdas Ziegeldach mehr und mehr aus.

[ 33] Die Lichtöffnungen in den Wänden wurden ursprünglich im fertigenHause herausgehauen. Die meisten Räume hatten keine Beleuchtung, die Fenster warenmit Holzschiebern zu schließen, wie es in den Alpen vor nicht langer Zeit vorkam.***Heute gibt es schon meist Glasfenster.

[ 34] Die Türen waren früher sehr nieder, wegen Wärmehaltung und weil dasHaus auch nieder war. Sehr häufig sind die Hauseingangstüren der Höbe nach geteilt, umLicht einzulassen und den Eintritt verschiedener Tiere zu hindern.***) An Ställen undScheunen findet man noch hölzerne Bänder und Pfannen für die Türachse.[ 36] Die Türeselber war aus gespaltenen Brettern. Die Tür verschlüsse sind zum Teile wie unsere ein-fachsten Arten und aus Holz. Für sicheren Verschluß bedient man sich noch zu einemgroßen Teile der hölzernen Schlösser mit Zuhaltung, wie sie auch bei uns üblich waren.)Einige Arten sind sonst noch nicht bekannt.

[ 77] Mit der Befreiung des Bauers aus der Leibeigenschaft um die Mitte des vorigenJahrhundertes trennte sich der Wirt vom Gesinde, bezog ein oder zwei kleinere Gemächerund versah sie mit Kachelöfen, Bretterfußböden statt Lehmanstrich, Möbeln und anderem.Eine besondere Kammer diente zum Kornmahlen mit der Handmühle[ 78].

[ 104] Die Aufschoberung des Heues geschieht ähnlich wie in der Bukowina undanderwärts mit beb- und senkbarem Dache.

[ 141] Die Letten leben in Hof- und Dorfsiedlung, in letzterer besonders an der Küste.--[ 160] Die Trinkwasserbeschaffung macht ihnen keine große Mühe. Sie bedienen sich dazueines vorüberfließenden Baches, eines Teiches und nur in Ermanglung dessen eines Brunnens.Diese haben entweder Schöpfgefäße an Stangen oder Schwengelbäume. Zum Heimrufen

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des Gesindes am Mittag dienen Klopfbretter statt unserer Glocken oder Eisenplatten. ††)* Wie in Böhmen und Kärnten. Siehe Bauernhaus in Österreich- Ungarn. S. 115 f.** Bauernhaus in Österreich- Ungarn. S. 120.

***) Bauernhaus in Österreich- Ungarn. S. 117.) Bauernhaus in Österreich- Ungarn. S. 118 ff.) Bauernhaus in Österreich- Ungarn. S. 107 ff.