Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Sympathiemittel.

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» Lebersteine«. Es war die Meinung, daß sie die Adler von sichgeben, so wie die sogenannten Vogelsteine von den kleinerenVögeln herkommen.

Die Verschreifeige ist eine aus Horn, aus Stein oder Beingeschnittene Hand, in einem silbernen Anhängsel gefaßt. Manchmalfindet man daran ein einem Eichkätzchen ähnliches Tier geschnitzt.Ich glaube daß es vielleicht etwa eine Birnmaus, Bilch, auch Sieben-schläfer genannt, vorstelle, damit das Kind viel und gut schlafe, dochist dies nur eine Vermutung von mir. Der Bocksbart* ist haupt-sächlich für männliche Kinder bestimmt, damit die männlichenKörperteile und Kraft gedeihen mögen.

Anhängsel mit einer Bocksklaue habe ich noch nie gesehen.Als mir Herr Pfarrer Karner gelegentlich eines Besuches Frais-ketten zeigte, habe ich sie nur flüchtig angesehen, ich kenne ihreBedeutung nicht, ebenso ein Anhängsel mit einer Adlerklaue, das ichbesitze, sowie eines mit einem großen Tierzahn,* im Museum zuSteyr befindlich.

Hasenzähne,* vollkommen zu einem Dinge zusammen-gewachsen, für das Zahnen. Sie sollen bei sehr alten Hasen vor-kommen. Es ist dies das einzige Paar, welches mir bei meiner fastdreißigjährigen Suche nach derlei Dingen untergekommen ist.

Herzchen und Steine aus Kristall und Glas dientenzum Abschrecken der Fraisen.

Ein großer Reifen* aus Perlmutter, dessen Zweck ichnicht kenne.

Ein Maulwurfskrabber 1*) in einem Zettel eingewickelt,auf welchem folgendes geschrieben steht:

» Zum ein Hals we zu brauchhen Allaungasser und Eyr Klar aufzu legen und mit dem Krambel 3 mal zu Krazen und sagen GottVatter Gott Sun Gott heiliger Geist Amment.<<

Steine* aus Ton, mit grüner Ölfarbe überzogen. Man ver-wendete sie auch zu Schmucksachen, als Imitation des Malachit.Ihre Bedeutung ist mir unbekannt, so wie diejenige der Schließ-muschel.

Zum Erleichtern des Zahnens hing man den Kindern gerne eineKette von Bernsteinperlen* oder schwarzen Perlen, wie mansie heute noch in den Apotheken zu kaufen bekommt unter denNamen» Zahnperlen«, um den Hals. Man sagte mir, daß sie vonden Pfingstrosen seien, ich habe aber bei den abgeblühten Blumenkeine solchen Samenkörner gefunden.

Die Zahnfeige, welche man gerne den Kindern umhängt,damit sie sich damit die Zahnpillen reiben, ist die Wurzel der floren-tinischen Iris und wird pulverisiert als Veilchenpulver zum Parfü-mieren der Wäsche, Kleider und gegen Mottenfraẞ verkauft.