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Kautsch.
bald über Hunger und fragte seine Frau, ob sie gar nichts mithabe,um denselben stillen zu können.» Nichts als die geweihte Semmel,«erwiderte diese zögernd. Nach kurzem Bedenken und bevor er nocheinen forschenden Blick auf uns geworfen, verspeiste der Dicke dieWundersemmel.
Wie man mir vor nicht langer Zeit erzählte, soll der Mißbrauchmit dem Semmelverkauf eingestellt worden sein.
Anstatt der bereits erwähnten Heiligenbildchen, welche nichtmehr gedruckt werden, benützen unsere Bauern den sogenanntenManderlkalender*. Der Buchhändler macht sich keine Sorge,wenn auch noch so große Stöße von diesen Kalendern nach Neujahrliegen bleiben; man verwendet sie ähnlich den Bildchen, indem manden Kranken einen Heiligen zu verschlucken gibt.
Im Museum zu Steyr befindet sich ein Talisman* aus Zink(?)gegen die Pest, Rotlauf etc. etc.
Fraisenbriefe,* ein geschriebener Diebssegen*( 1789),Segen bei» Kriegsläuften«, gegen Zauberei, Hexerei sowie um denTeufel zu beschwören etc. Man hängt den Kindern gegen die Zahn-fraisen, um das Zahnen zu erleichtern und gegen das Verschrien-werden allerlei Dinge an einem seidenen Bändchen oder Schnur umden Hals, wie ein mit Silber besticktes Samtpölsterchen,* inwelchem sich ein rosafarbenes, zusammengefaltetes Papier befindet,welches inwendig mit Heiligenbildchen ausgeklebt ist. Das in der Mitte,nur an den oberen Enden befestigte Bildchen, meist das Benediktus-Kreuz vorstellend, ist zum Aufheben. Unter demselben sind aufschwarzem Papier allerlei Sächelchen geklebt. Kleinere Pflänzchenund Blätterchen, deren Bedeutung ich nicht kenne, Steinchen undweiße Körner, sogenannte» Vogelsteine«. Man legt sie in das' Auge,wenn etwas hineingefallen ist. Ferner rote Tuchläppchen gegen dasVerschreien, gelbe Glasperlen( in Ermangelung der Bernsteinperlen)für das Zahnen, ein ganz kleines Stängelchen roten Wachses( wahr-scheinlich gegen das Erschlagen werden vom Blitz), vermutlich voneiner Floriani Kerze, wie man dieselben am Florianitag in St. Florianverkauft; man brennt sie bei Gewittern. In Altötting wird jedochrotes Wachs für die Verstorbenen gebrannt und schwarzes beiGewittern.
Eine kleine Benediktus- Medaille, ein Benediktus- Kreuzchen, kleineTonfigürchen der Muttergottes und von Heiligen, ein Palmkätzchen,Pfauenfederchen, deren Bedeutung ich nicht kenne etc., sowie einBüschelchen von einem Bocksbart.
Blutsteine nennt man solche aus rotem Marmor undBlutachat, doch auch die Koralle,* welche geschabt, blutkranken,blutarmen Kindern eingegeben wird. Erstere werden gegen denRotlauf getragen, so wie rote Tuchläppchen. Steine und Herzchen*aus gesprenkeltem Stein, ähnlich dem Erbsenstein, nennt man