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Ethnographische Chronik aus Österreich.
Herde stehen ein Feuerbock und eine Feuerkrücke und mehrere Drei-füße( Häfenstanderln), auf der Backofenmauer stehen ein Ölkrug undein hölzerner Mörser, daran sind angelehnt einige Ofengabeln undein Ofenwagen, unter dem Herd ist eine Nische für Holz und seitlicheine Nische mit eingebauter Hühnersteige. Der Schüsselkorb( Geschirrstelle) enthält Strohkörbe( Brotloazn), Holzteller, Milch-schüsseln( Milchreindl), darunter eine Bank mit Kübel( Sechter) und>> Mehlschaffeln«, nebenan ein Löffelbrett mit Quirl, Nudellöffel, einHackmesser( Hackbarschtl) und ein» Nudelschupfbrettl«. An Kettenhängend sehen wir eine» Spanrasn«, darunter ein» Löffelbrettl«< mit» Schmarrnschäuferln«( Sterz- und Muasschäuferln), ein» Krapfenradl«<,ein» Salzsoagle, ein Wiegmesser( Wiagen) und die» Schmarrn-pfanne<<.
An den gesondert eingemauerten» Saukessel« zum Abkochendes Schweinefutters sind zunächst angelehnt: ein Broteinschubbrett( Ofenschüssel), eine» Krautharbe« und ein Butterfaß( Strodlkübl).Unsere Abbildung zeigt noch ein Löffelkörbchen, Spanleuchter,einen Klapptisch mit Lade, ein» Schaffl« und einige Stühle. Vor demHerd steht ein Butterrührkübel auf einem Gestell mit Kurbel zumDrehen.
Während der Typus des Herdes aus sehr früher Zeit stammt,gehören die meisten Einrichtungsstücke unserer Küche dem 18. Jahr-hundert an. Ihre Bedeutung für die Volkskunde wird immer mehrgewürdigt, aber auch der pädagogische Wert dieser schlichten Dingedes Alltags für unser handwerkliches Schaffen kann nicht hoch genugangeschlagen werden. Diese scheinbar schmucklosen Sachen sind sogesund konstruiert, zeigen so klare und logische Grundformen, diees verdienen, recht gründlich studiert zu werden, um unsere moderneProduktion vor unzweckmäßiger, daher auch häßlicher Überladungzu bewahren.
Brand im Egerer Stadtmuseum. Der reiche Bestand des Museums der StadtEger wurde bereits in dieser Zeitschrift geschildert.( Vgl. den Aufsatz„ Ein Gang durchsEgerer Museum" von Alois John, VII. Jahrg.[ 1901], S. 186-191). Am 31. Jänner diesesJahres brach mittags um 12 Uhr im sogenannten Zunft- oder Bürgerzimmer ein Kamin-brand aus, der zwar durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr rasch erstickt wurde,aber doch unersetzlichen Schaden anrichtete. Erschüttert stand ich nachmittags in denvon Brandgeruch erfüllten Zimmern, dessen Wände rauchgeschwärzt und öde dalagen,um mich ein wilder Knäuel verkohlter angebrannter Bilderrahmen, die kläglichen Resteeiner kaum mehr erkennbaren Goldhaube Egerer Bürgersfrauen u. a. m. Nur von derDecke hing noch das Herbergszeichen der Hufschmiede ein Hufeisen herab. Allesandere war von den Flammen vernichtet worden. Am meisten zu beklagen ist der Ver-lust der Zunftläden( etwa 35 Stücke), eine seltene, nahezu einzig dastehende Samm-lung, deren älteste Läden aus dem Jahre 1584 und 1588 stammten, die zum größten Teilevernichtet oder doch sehr beschädigt wurden. Als ich seinerzeit im Jahre 1901 den Katalogdes Museums herstellte, habe ich die drei schönsten mit figuralen Schnitzereien versehenenLäden photographiert( es sind dies die Zunftläden der Comunitätszunft aus dem Jahre 1663,die der Zeugmacher aus dem Jahre 1668 und die der Müller aus dem Jahre 1696), so daß