Kleine Mitteilungen.
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Im letzten Dezennium hörte das Opfern am Martiniberge langsam auf. Wobl nimmtder Mann mit den Opfertieren noch alljährlich am 11. November vor dem Kirchlein Auf-stellung, doch nur dann und wann kauft ihm ein altes Mütterlein ein Tierlein ab, umes auf der Altarstufe niederzulegen; die meisten Besucher begnügen sich damit, einigeHeller in die blecherne Opferbüchse zu werfen, welche auf der Truhe bei den Tierensteht. Mit dem allmählichen Verschwinden dieses altertümlichen Brauches nahm auch dasZuströmen der Landleute aus nah und fern zum Martinifeste in Wscherau langsam ab.Es ist zweifellos, daß die eisernen Opfertiere", nach ihrer Formung zu schließen,sehr alt sind, und die Frage nach dem Meister, der dieselben hergestellt hat, wird daherwohl nie beantwortet werden können.
Die eisernen Opfertiere dürften gewissermaßen Nachbilder der blutigen Tieropferund der Gebrauch derselben, wie viele andere heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnische Gebräuche, mit in das Christen-tum hinübergenommen worden sein, um die Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag Heiden für die Bekehrung günstiger zustimmen und sie dann für die Befolgung der mit der christlichen Lehre verbundenen neuenGebräuche geneigter zu machen. Die Opferung wächsener Körperteile( wie es in manchenWallfahrtskirchen geschieht) wurde hier nicht beobachtet. Auch finden sich in demKirchlein, das, nebenbei erwähnt, außer dem Altarbild, darstellend den heiligen Martinusmit dem Bettler in Holz geschnitzt, und einem darüber später angebrachten St. Annen-bilde keinen bildlichen Schmuck aufweist, keine Exvoto- Tafeln etc.
Zum Schlusse sei erwähnt, daß ich nach der Ausformung der hiesigen Opfertiereauf keinen bedeutenden Altersunterschied in der Erzeugung schließen konnte.
Euphemistische Fluchworte.
Von Prof. Johannes Kostial, Capodistria.
Es ist eine bekannte Erscheinung, daß das Volk, wenn es etwas ihm Liebgeworden eslassen muß, sich gleich um ein Surrogat umsieht. So manches christliche Fest ist nureine Umdeutung eines heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen; so manches Kirchenlied ward eine zeitlang nacheiner volkstümlichen Melodie aus vorchristlichen Zeiten gesungen, und ähnlich verhältes sich mit dem Fluchen. Da es von der Kirche als Sünde erklärt wird, wenn man denNamen Gottes, eitel nennt“ und Wörter wie„ Teufel" oder„ verflucht" immer im Mundeführt, so sind die verschiedensten Nationen auf den Gedanken verfallen, die verpöntenWörter im An-, In- oder Auslaut ein bischen zu verändern und solche dann ruhig weiterzu gebrauchen, um sich keiner Sünde schuldig zu machen.
Die so entstandenen euphemistischen oder gemilderten Fluchwörter sind zumeistohne Sinn und Bedeutung, bloße Verballhornungen der von der Geistlichkeit verpönten.Ausdrücke; nur wenige haben einen scheinbaren Sinn.
Wenn wir nun solche Euphemismen bei verschiedenen westösterreichischen Volks-stämmen Revue passieren lassen, so werden wir uns überzeugen, daß es beinahe aller-orten die nämlichen Wörter sind, die vermieden werden sollen; die hierzu angewandtenMittel sind allerdings verschieden.
Leider konnten die Euphemien der Völker, die den Osten unserer Monarchie be-wohnen, also der Polen, Ruthenen, Rumänen und Magyaren, nicht herangezogen werden,sondern die unten folgenden sind nur im deutschen, čechischen, slowenischen, serbo-kroatischen, friaulischen und italienischen Sprachgebiete gesammelt, und auch hier kannfür absolute Vollständigkeit nicht gebürgt werden.
I. Deutsch( zumeist aus den Alpenländern).
1. Teufel Teuxel( Deixel), Teutschel.
2. verflucht verflixt, verflitet, verschwefelt.
3. verdammt verdankt, verdangelt, vertrackt, verpantscht.
4. Sakrament: Sakra, Sackerment, Sapperment, Sackerlot, Sapperlot, Element,Sickra, Sakrawolt.
5.[ bei] meiner Seele: meiner Sechs!
6. Kruzifix Kruzi- neser, Kruzi- türken, Kruzi- adachsel.
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