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Domluvil.
von oben hinabgezählt werden( 9, 8, 7 etc.). Dazu mußte man un-bemerkt ein Stücklein der Kleidung dessen, der es dem Hausviehangetan hatte, erlangen. Die Steine wurden im Ofen gebrannt, allesübrige gekocht. Wenn das Wasser siedete, wurde es in das Butter-faß gegossen und die heißen Steine mit hineingeworfen. Dann wurdedas Butterfaẞ fest vermacht. Alsbald kommt der Übeltäter und bittet,daß man ihm was immer schenke oder borge. Nichts darf ihm ge-reicht werden und man muß achtsam sein, daß er sich auch nichtsselbst nehme. Alle Mühe wäre vergeblich und dem Hausvieh wärenicht zu helfen, sollte es dem Bösewicht gelingen, etwas zu erhaltenoder zu entwenden. Während der ganzen Zeit, da man den Zauberentzaubern will, darf überhaupt niemandem etwas geschenkt werden,denn oft weiß man nicht, wer der Übeltäter ist.
Um sich und seine Schafe gegen Zauberkünste zu schützen,gaben manche Besitzer der» salaše«< ihren Herden Pflanzen zu ver-zehren, die in der Johannisnacht gepflückt sein müssen. Für alleHaustiere wird gebraucht» úročnica«< Anthyllis vulneraria L., Wund-klee; fast bündelweise bringt man sie mit Tausendguldenkraut undanderen Hausmitteln zu Markt. Für die Schafe gibt es auch eine be-sondere» úročnica ovčí«= Polygala vulgaris L., gemeine Kreuz-blume. Wurde aber dennoch ein Tier beschrien oder verzaubert, soreichte man ihm einen Absud der» zpáteční úročnica«, einer Pflanze,die» rückwirkende Kraft« besitzt; es ist Helianthemum chamaecistum( vulgare), Sonnenröschen.
Manche dieser und andere Pflanzen, die Hausheilmittel seinsollen, wachsen in der Gegend sehr häufig, andere werden von weit-her gebracht. Wenn sie auch anderen Völkern bekannt sind, auchdeutsche Botaniker erwähnen ja, daß sie beim Volke als Heilmittelin Ansehen stehen, so ist es doch bezeichnend, daß unsere auf-geklärteren Landleute gestehen, die» salaše« seien der Ursprung undHauptsitz abergläubischer Gebräuche. Die genannten Aberglaubenbezogen sich ihrer Ansicht nach zunächst auf die Schafe, später habeman sie auf alles Hausvieh ausgedehnt. Wenn das wahr ist, so wärendie wenigen Wörter, die bei der walachischen Schafzucht den Rumänenentlehnt zu sein scheinen, ähnlich dem heute noch beobachtetenUnterschiede zwischen» Valach« als Volksstammname und» valach«<als Name des Berufes, ein Beleg für die Ansicht, daß rumänischeHirten, die Karpaten entlang ziehend, in unsere Gegend kamen unddaß ihre slavischen Bewohner ihre Wörter bei der Schafzucht undauch ihren Aberglauben annahmen. Die eingewanderten Rumänenwurden slavisiert, ihr Name aber wäre auf die Bewohner, welche siegastlich aufnahmen, übertragen worden.