Aberglauben der Schafhirten oder„ Valachen" in der mährischen Walachei. 23
das, daß noch ein Schwein an die Reihe kommt. Soll das Fleischnicht wurmstichig werden, dann darf man beim Einpökeln nichtreden. Käfer oder Wanzen wird man los, wenn man einen Käfer( Wanze) und einen Kreuzer in eine Schachtel gibt und sie wegwirft;wer nun nach der Schachtel greift und den Kreuzer an sich nimmt,dem laufen nun auch alle Wanzen nach. Verlassen die Käfer einHaus ohne Zutun der Leute, so steht ein großes Unglück, zum Bei-spiel Feuer, Aussterben, bevor. Einen jeden Prozeß gewinnt, wer daserste Ei einer Henne in der Tasche hat, wer einen Teil eines Strickes,mit dem sich jemand erhängte, bei sich führt, oder der im Besitzeeines Tuches ist, mit dem einer Leiche der Unterkiefer hinauf-gebunden war.
Hier sei auch noch einiges andere angeführt.
Am» weißen Freitag«( Freitag nach Ostern)» gummachtnt«< dieHunde neunmal; sie fürchten, daß die Fastenzeit wieder beginne.» Wundern sich«( zirpen) die Hühner bei Nacht, so nehmen sie den» Znichtn«<( Teufel) wahr. Aus Eiern, die einer Henne in der Höhe( auf dem Dachboden) zum Ausbrüten angesetzt werden, schlüpfenlauter Hähne aus; das Gleiche gilt von Eiern, die nach dem Ansetzenmit den Fingern berührt werden. Ein Farnkrautstengel, der im Freienverfault, geht einem Bauernhause sieben Jahre ab. Bei Neumond ge-fälltes Holz brennt nicht gern, es wird auch bald morsch. Was vonbesonderer Güte sein soll, wird zwischen den» Frauentagen«( 15. August und 8. September) zusammengetragen und aufbewahrt.Ein solches Holz ist ungemein zäh, Eier halten sich die längste Zeitfrisch und schmackhaft, Kräuter( während dieser Zeit gesammelt) sindbesonders heilbringend.
Hiermit sei für diesmal die Reihe der Mitteilungen geschlossen;sicherlich gibt es noch mancherlei zu retten.
Aberglauben der Schafhirten oder„ Valachen" in dermährischen Walachei.
Von Prof. Ed. Domluvil, Wal.- Mezeřič.
Das Leben der» Valachen« bei ihren Schafen beschrieb ziem-lich erschöpfend P. A. Bayer im fünften Jahresberichte der Museal-gesellschaft in Wal.- Mezeříč.
www.w
In den von P. Bayer angeführten Gebräuchen erscheintfrommer Sinn mit Aberglauben vereinigt. Wenn die Schafe ausihrer Umfriedung,» košár«, wo sie die Nacht über unter freiemHimmel waren, auf die Weide entlassen wurden, trieb man sie unterGebet dreimal um die Umfriedung, segnete sie mit dem Kreuze undspuckte sie dreimal an; so waren sie gegen jede Beschreiung undwider allen Zauber gesichert. Zweimal in der Woche mußten dieValachen fasten( Mittwoch und Freitag); der Oberhirt,» bača«, gab
-