Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Tischkreuze.

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Räume, aber nur eine einzige Feuerstelle auf. Der eine Raum istdie zumeist durchgängige feuerstellenlose Laube( Lab'm), der anderedie sogenannte Rauchstube mit dem offenen Herd. Sie ist keines-wegs identisch mit der Küche des oberdeutschen Hauses, die ja nurKoch raum ist, sondern es ist der Hauptraum des Hauses, in derRegel auch der größte Raum, in dem nicht nur gekocht, sondernauch gegessen, gearbeitet und noch vor kurzer Zeit auch geschlafen

wurde.

Mir war diese Hausform, der durch Meringer im Gegensatz zumzweifeuerstelligen» Herdofen- Haus« als Terminus technicus der Name» Herdhaus beigelegt wurde, wohl schon von den Jugendjahrenher aus meiner oberkärntnerischen Heimat bekannt, dennoch wurdesie erst in neuester Zeit durch die Hausforschung der Wissenschafterschlossen und weiteren Kreisen bekannt gemacht. Nachdem ich esim Jahre 1895 auch in der östlichen Mittelsteiermark, und zwar inTulwitz bei Fladnitz nächst Passail vorgefunden hatte*), erfuhr dasHerdhaus seine erste eingehende Beschreibung durch mich imJahre 1896. Es war das Haus der Gegend von Vorau in der Ost-steiermark.**) Die Erforschung des Hauses meiner Heimat, der Gegendam Millstätter See, blieb ebenfalls mir vorbehalten. Ich löste dieseAufgabe im Auftrage der Wiener Anthropologischen Gesellschaft imJahre 1900.***) Ein Jahr später studierte ich im Auftrage des» Öster-reichischen Ingenieur- und Architektenvereines« dieselbe Hausformin der Gegend von Köflach in der westlichen Steiermark. Die TafelSteiermark, Nr. 8, des großen, vom» Österreichischen Ingenieur- undArchitektenverein« herausgegebenen Bauernhauswerkes ist die

Frucht dieser Arbeit.

Wie oben angedeutet, bildet die Rauchstube im Herdhaus denMittelpunkt. Obwohl sich alles Leben der Bewohner des Hausesdarin abspielt, ist die Rauchstube für Menschen, die auch nur einigenKomfort gewohnt sind, kein Wohnraum anziehender Art. Da derHerd, auf dem das Feuer offen flackert, keinen Schlot zur Rauch-ableitung besitzt, erfüllt der Rauch, wie ja schon der Name desRaumes andeutet, die ganze Stube von der Decke herab bis zurHöhe eines Loches, das über der niederen Stubentür angebracht istund zur Ableitung des Rauches dient, mit dichtem Rauch. Bis zudieser Höhe herab sind die Wände der Rauchstube rundum und mitihnen selbstverständlich auch die Decke mit einer glänzend schwarzenRußschichte bedeckt.

In meinen oben herangezogenen Arbeiten über die Herdhäuserder Gegenden, in denen es vorkommt, bemerkte ich stets, daß dieschwarze Rauchstube immer völlig schmucklos ist. Man findet darin

*) Vgl. Mitt. d. Anthropol. Ges. in Wien", Bd. XXVII, S. 164,**) Ebendaselbst, Bd. XXVII, S. 165 ff.

***) Ebendaselbst, Bd. XXXII, S. 12 ff.