Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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13 (1907) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Bünker.

des Wassers im Einfallswinkel ab und trifft die Scheibe. Es wurdemir von Schützen, die wiederholt am Wasserschießen teilgenommenhaben, versichert, daß bei ganz ruhigem See mit voller Treffsicherheitauf diese Weise geschossen werden kann. Trotz eifrigen Umfragens,so auch im benachbarten Oberkärnten, vermochte ich nicht zu erfahren,daß diese Art des Scheibenschießens auch anderwärts gepflegt wird.Es scheint eine Lungauer Spezialität zu sein.*)

In Oberkärnten( Gegend von Gmünd) hörte ich von einer anderenArt des Scheibenschießens. Vor noch nicht langen Jahren war dort-selbst das» Lichtelschießen« eifrig betrieben worden. Es geschahzur Nachtzeit und konnte auf zweierlei Weise ausgeübt werden.Entweder wurden vor der Scheibe zwei gegen den Schützen ver-deckte Kerzen aufgestellt, die das Schwarze der Scheibe beleuchteten,oder es wurde nur eine, und zwar für den Schützen sichtbare Kerzeangebracht. Dieselbe wurde so gestellt, daß ihre Flamme anfangsgenau vor dem Zentrum stand, so daß auf die Flamme gezielt werdenkonnte. Beim Niederbrennen der Kerze hatte dann der Schütze beimZielen mit dem stets wachsenden Abstand der Flamme vom Zentrumzu rechnen.

Die hier gebotenen Daten sind wohl interessant genug, umFreunde der Volkskunde zum Sammeln weiterer Gebräuche beimScheibenschießen anzuregen.

Tischkreuze.

Von J. R. Bunker, Ödenburg.

( Mit 4 Textabbildungen.)

Es ist bekannt, daß das oberdeutsche Haus selbst beiseiner bescheidensten Ausgestaltung zwei Räume enthält, von denenjeder eine Feuerstelle besitzt. Der eine Raum ist die Küche mit demHerd, der andere die Stube mit dem Ofen. Dieser das oberdeutscheHaus charakterisierende Umstand hat ihm den Namen Küchen-stuben Haus oder Herdofen- HausSo von Meringer be-nannt eingetragen.

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Neben diesem zweifeuerstelligen Hause besteht auf ober-deutschem Boden noch eine zweite Hausform, welche sich über be-deutende Gebiete Steiermarks und Kärntens verbreitet und nachmeinen neuesten Erfahrungen vor noch nicht allzulanger Zeit auchim Salzburgischen, zumindest im Lungau, heimisch war. Diese Haus-form weist in ihrer schlichtesten Ausgestaltung wohl auch zwei

* Das Scheibenschießen am Prebersee wurde schon in den Fünfzigerjahren desvergangenen Jahrhundertes durch Ferdinand Kürsinger in seinem Werke, Lungauanschaulich beschrieben. Seine Schilderung übernahm fast wörtlich Karl Adrian in seineinteressante Abhandlung: Salzburger Volksspiele, Aufzüge und Tänze; der Versamm-lung der deutschen und österreichischen Anthropologen 1905 in Salzburg gewidmet vonder Gesellschaft für Salzburger Landeskunde".