Der Kampf um die Passionsspiele in Tirol im 18. Jahrhundert.
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zu Protokoll geben und versicherten überall, an den Spielen wederteilgenommen zu haben noch auch in Zukunft teilzunehmen; aberbezüglich des Verhaltens der übrigen Gemeindegenossen wollten siedurchaus keine Garantie übernehmen.*)
Es war also, da das Volk an seinem Brauche festzuhalten ent-schlossen war, die Gemeindevorsteher keine Verantwortung über-nehmen wollten und weder die Obrigkeit noch das Kreisamt zuihrem Schutze und zur energischen Durchführung der Befehle dienötige Macht hinter sich hatten, durchaus keine Gewähr dafür vor-handen, daß zu Ostern 1792 die Verbote respektiert würden; undman sollte demnach glauben, daß dies alles schon genügt hätte,schärfere Maßregeln zu ergreifen, um dem Volke die Lust zu ver-ringern oder zu nehmen, sich in dieser Art und Weise über diebestehenden Gesetze hinwegzusetzen.
Bis zum Anfang des März war wirklich nichts von Spiel-vorbereitungen zu entdecken. Dann aber kam der Pfleger zu Völsdarauf, daß dort ganz geheim die Anstalten getroffen wurden, undlud sofort die beiden Spielführer vor, um sie zum Gehorsam zuermahnen. Die Stimmung des Volkes charakterisiert sich am bestendadurch, daß sich nicht nur diese zwei Männer, sondern auch diemeisten Mitspielenden vom Vorjahre im Pfleggericht einfanden undnachdem sie sich vorher dahin geeinigt hatten, erklärten, daß sie dasVerhalten der übrigen Orte abwarten und falls auch dort gespieltwürde, auch das Spiel abhalten wollten. Obwohl ihnen der Kreis-hauptmann noch auseinandersetzen ließ,» daß es ihnen nie eine Straf-linderung machen würde, wenn sie das Spiel auch nur dann auf-führen würden, wenn es von andern aufgeführt werden sollte, darechtschaffene Männer und Unterthanen sich doch nie mit dem allen-fälligen Vergehen eines andern entschuldigen, oder ihr Vergehenandurch bedecken können«<, wurde das Passionsspiel zu Völs,Kastelruth und im Sarntal tatsächlich wieder aufgeführt. DieBerichte der Obrigkeiten geben über die näheren Umstände inter-essante Aufschlüsse.
In Völs waren die Gemeindevorsteher von den Spielendenstürmisch aufgefordert worden, ihnen im Falle einer Bestrafung zuhelfen, was auch alle bis auf zwei versprachen. Im Sarntal hatten dieLeute ihre Spielvorbereitungen so geheim zu treffen gewußt, daßder Pfleger erst am Tage vorher erfuhr, daß am Karfreitag dieAufführung stattfinde. Die Spielführer dieser drei Orte und ihre
*) Die einen( Sarntal) erklärten, daß man einerseits eine ausnehmende undallgemeine Neigung des ganzen Volkes zu dieser Andacht verspührt, andererseits aberkeine Fehler oder Unanständigkeiten entdecket hat", die anderen( Kastelruth) machten zurBedingung, daß auch anderswo nicht gespielt werden dürfe, und zu Völs gaben sie zuProtokoll, daß sie sich bei einer allfälligen Wiederholung der Übertretung nicht wenigerals zu Executores brauchen lassen, sondern alles dieses zur weiteren Vorkehrung anheimstellen".