98 Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde.
verwandten wissenschaftlichen Disziplinen, wie namentlich der Kunst-forschung, nicht allzu rasch erlahme.
Was den Besuch des Museums und die wissenschaftliche wiepraktische Verwertung seiner Sammlungen anlangt, so blieben imganzen die Verhältnisse wie im vorigen Jahre. Durch den von derhochlöblichen Gewerbeschulkommission angeordneten korporativenBesuch der Zöglinge der Wiener gewerblichen Fach- und Fort-bildungsschulen ist die so wünschenswerte Berührung unseresMuseums mit der gewerblichen Arbeit auf die beste Basis gestellt;außerdem haben verschiedene Malschulen sowie Zöglinge der Kunst-gewerbeschule, des Stickereiinternats u. s. w. zu wiederholtenmalenunsere Sammlung besichtigt und benützt. Von wissenschaftlichenFachmännern, die, soweit wir erkunden konnten, unser Museum be-suchten und benützten, seien genannt: Hofrat Dr. H. Schuchardt inGraz, Dr. W. Semayr in Budapest, Hofrat v. Scala, RegierungsratDr. E. Leisching, Dr. M. Dreger, Prof. J. Tapper in Innsbruck,Direktor Elias Weslowski in Kimpolung, Anton Dachler, Dr. E. K.Blümml, Frau Wlasta Havelkóva, Dr. V. Tille in Prag, Prof. G. Polívkain Prag, Dr. W. Šmid in Laibach, Fräulein Magdalene Wankel inPrag, Redakteur Josef August Lux, Dr. E. Stepan, Robert Eder.
Mehr und mehr füllen sich die Lücken, welche unsere Samm-lungen noch aufzuweisen haben, um zu einem stets abgerundeterenund treueren Bild von der Eigenart der österreichischen Völker-schaften zu werden, und es wird mehr und mehr an der Zeit, dieseSammlungen auch auf dem Wege wissenschaftlicher Veröffentlichungder Volkskunde dienstbar zu machen. Vielleicht gelingt es bald, durchein eigenes Organ diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Jedenfallsdürfen sich Forscher, welche einzelne Partien unserer Sammlung zubearbeiten wünschen, stets der eifrigsten Förderung der Museums-leitung versichert halten.
Zum Schlusse habe ich unserem hochverehrten Herrn Präsi-denten Erlaucht Graf J. Harrach, dem Ausschusse, zahlreichenFreunden und Gönnern unseres Instituts sowie der Wiener Pressefür allseitige und stetige Förderung herzlichst zu danken. Mögen siealle in dem kräftigen und gesunden inneren Wachstum unseresgemeinsamen Werkes den Lohn für ihre wohlwollende Unter-stützung finden. Und möge ferner der Kreis der Öffentlichkeit sichweiten, der an dem Fortschritt unserer Bestrebungen freundlichesInteresse nimmt. Es ist sehr schwierig, in der ungeheuren Kon-kurrenz tüchtiger Arbeit und verfolgenswerter Ziele, welche heuteden Inhalt der öffentlichen Interessen ausmachen, für irgendeinenZweig wissenschaftlicher Betätigung einen festen Kreis von Inter-essenten zu bilden und zu erhalten; wir dürfen uns mit Dank undGenugtuung sagen, daß unser Werk und unsere Schöpfung auf einersolchen festen Basis ruht und darum einer freundlicheren Zukunftmit Gewißheit entgegengeht.