Die Möbel des rumänischen Bauernhauses in der Bukowina.
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vorgefunden. Sie diente an arbeitslosen Tagen als Ruhestätte für eineoder mehrere Personen und wurde im Sommer öfters sogar zumSchlafen benützt. In vielen rumänischen Dörfern ist es jetzt nochSitte, die Toten während der warmen Jahreszeiten auf der» Prispa«<aufzubahren. Als Vorläufer der im Mittelalter allgemein eingeführtenLehnbank ist die einfache, lehnenlose Pfostenbank mit eingezapftenschemelartigen Füßen zu betrachten, die sogar auch jetzt noch inganz armen Familien anzutreffen ist.
Die Lehnbank( laiță cu spatariŭ), welche als Langsitz für mehrerePersonen, als Lagerstätte jedoch nur für eine Person bestimmt war,entsprach den Sitten und Gebräuchen des 17. Jahrhundertes, inwelcher Zeitperiode dieselbe allgemein eingeführt wurde, ganz. Wieim Mittelalter bei den Bewohnern von Florenz und Toskana*) dieBänke rings um die Wände gereiht wurden. so wurde auch bei denRumänen, die zwar in keinem Kontakt mit den früher genanntenBewohnern standen, der Lehnbank im sogenannten großen Zimmer( casa mare) an den Wänden der Platz eingeräumt. Die mobile Lehneder Bank hatte einen doppelten Zweck. Sie wurde geradeso wie beiden übrigen Völkern der gotischen und Renaissanceperiode, nämlichzur Aufstellung in der Nähe des Kamins verwendet. Die Lehnbankwurde aber auch als Bettstelle( Lagerstätte) für Kinder gebraucht,indem die der Wand zugewendete Lehne mit der größten Leichtig-keit, ohne daß die Bank ihren ursprünglichen Platz verlassen hätte,umgeklappt wurde, so daß die mit Teppichen stets bedeckte Wandeine zweite Lehne, somit einen sicheren Schutz vor dem Herausfallender Kinder während des Schlafens bot.
Die bewegliche Lehne besteht aus einem Rahmen, in dessenMitte verschiedenartig profilierte Säulchen sich befinden, ist durchzwei fixe, in der Mitte der Schmalseite eingezapfte Stützformenmit dem starken Sitzbrett knieartig verbunden, wodurch ein ein-armiger Hebel entsteht. Die im Sitzbrett befindliche Stützform besitztam unteren Teile eine Zweiteilung mit ausgesprochener Sattelform( Glockenform). Die Beine der Bank sind schräg und zwar schemelartiggestellt oder zeigen dieselbe Profilierung wie die im Sitzbrett ein-gezapfte Stützform. Die Lehne ist beiderseits reichlich mit eigenartigenKerbschnitzereien versehen und nur die Stützformen weisen schuppen-artige, aneinandergereihte Kerben auf. Diese Form der Lehnbank,welche nicht nur in konstruktiver, sondern auch in dekorativerRichtung typisch ist, weist eine gewisse Verwandtschaft mit der» mährischen( walachischen) Pfostenbank« des 19. Jahrhundertes( Original im Národopisme Museum Českoslovanské in Prag) auf.
* Wilhelm Bode: Die italienischen Hausmöbel der Renaissance.