Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Die Möbel des rumänischen Bauernhauses in der Bukowina.

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Auch im Mittelalter in der Zeit der Renaissance war der großeHerd und seine Ummauerung im italienischen Bauernhaus in denOrten Florenz, Toskana, Venedig und in der terra firma insbesonderewährend der kalten und nassen Jahreszeit der Aufenthaltsort derBewohner.*)

Urkundlich wird dieser Schlafstätte erst im Jahre 1637 vomGeschichtsschreiber Paul de Aleppo, der am Hofe der Woiwoden derMoldau lebte, Erwähnung getan. Dieser Schriftsteller führte schondamals dieses Mobiliar auf einige Jahrhunderte zurück.**)

Neben der gemauertenSchlafstätte treffen wir biszum 19. Jahrhunderte, in ganzvereinzelten Fällen auch jetztnoch, in den Gemeinden dersüdlichen Karpathen derBukowina stabile hölzerneBettstellen. Ein derartigesBett stand immer in einerZimmerecke, beiläufig 2 mvon einer Wand und ungefähr0.80 bis 1.10 m von deranderen Wand entfernt. DenHauptteil eines solchen Bettesbildete stets ein vierkantigerPfosten, der in den Lehmfuß-boden eingeschlagen wurde,10 bis 15 cm breit und 2 bis3 cm dick war und eine Höhevon über 1.5 m aufwies, sehroft aber auch mit einemBalken der Bodendecke in Verbindung stand. Dieser Pfosten wurdedann mittels zweier Seitenbretter, wovon das längere 1.80 bis 1.95 mund das kürzere 0-78 bis 1 m lang war, und mit den zwei gegenüber-stehenden Wänden verbunden, wodurch ein stabiles Bett hergestelltwurde. Der Bettpfosten besaß, falls er nicht bis zur Zimmerdecke reichte,als obersten Abschluß eine geschnitzte Rosette als Bekrönung. Derübrige Teil war mit Gravierung und Kerbschnitzereien versehen.

Fig. 33. Kopfteil eines rumänischen Bettes.

Bei wohlhabenden Bauern treffen wir seit einigen Dezennienneben dem stabilen Bett auch das bewegliche Bett. Die Form einessolchen Bettes war stets eigenartig und weist nur an den beidenHauptteilen typische Schnitzereien oder Gravierungen auf.( Fig. 33.)Das Kopfhauptteil ist stets dem Fußhauptteil ähnlich. Die Seitenbretterwaren nicht geschnitzt, sondern nur graviert.

*) Wilhelm Bode: Italienisches Hausmobiliar der Renaissance.**) Xenopol: Istoria Rumänilor.