Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Weslowski.

Das vorherrschende Baumaterial des rumänischen Bauernhausesist das Holz, wiewohl auch in gewissen Teilen des Landes aus Rutengeflochtene Häuser mit Lehmanwurf vorkommen. Selbst die Nägel,die beim Decken des Daches verwendet werden, sind aus Eibenholzgefertigt. So ist naturgemäß auch ausschließlich Holz das Material fürdas Mobiliar, das durch seine höchst altertümlichen GefügedasBeil ist fast ausschließliches Arbeitswerkzeug, Messer, Hobel und Leimspielen noch keine oder doch eine sehr geringfügige Rolle sowiedurch seine uralten Zierweisen unser höchstes Interesse erwecken

Fig. 27. Rumänische Hochzeitstruhe.

muẞ. In bezug auf seine Ornamentik herrscht Gravierung, dann Kerb-schnitt vor; auch Stroheinlage und Einreibung mit farbigem Wachsin Flachschnitzereien sowie Brandtechnik begegnen als Ziertechnik,am seltensten ist Einlagearbeit mit Metallen. Die Ornamentik ist einevorherrschend geometrische( Kreise, Halbkreise, Spiralen, Kreuze),daran schließt sich Stilisierung vegetabilischer Motive und insbe-sondere das naturalistisch gestaltete Rankenornament. Die Tierfigurund vollends die Menschenfigur wird nur bei religiösen Darstellungen,und zwar nur im Flachreliefschnitt, äußerst selten verwendet. DieErzeugung des Hausmobiliars ruht im Bauernhause in den Händender bäuerlichen Bevölkerung selbst; die abgebildeten Stücke sindsämtlich Erzeugnisse des heimischen Hausfleißes.