Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Blau.

so war es zum Beispiel auch bei den alten Magyaren die Regel, zuHütern der Grenze immer fremde Stämme zu verwenden, wie dieKabaren, die Bessenyös, die Szekler. Letztere hielt man nie fürUngarn, sondern für Nachkommen der alten Kabaren.10)

Ebenso wie die Bewohner des Angeltales und die Umwohnerdes Riesenberges durch zahlreiche Burgen und Festen geschütztwaren, hatten auch die Choden ihre Burg, das Chodenschloß in Taus,in dem sie ihre Greise, Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber und Kinder zu Kriegszeiten bergenkonnten. Jeder Hof hatte aber auch noch seinen eigenen festenPlatz, den Schüttboden, einen massiv gemauerten höheren Hausteilmit starken Türen, eisernen Schlössern daran und vier schmalen

Fig. 6. Bauernhaus mit» Sypka« oder» Srub«.

Schießscharten statt der Fenster. Hier verwahrte der Chode seine besteHabe, hierher flüchtete er bei plötzlichen Überfällen; die» Sýpka«war der Berchfried seines Hofes. Heute noch sind diese Baulichkeitenin manchem Chodendorf, zum Beispiel Tilmitschau, zu sehen, auchin dem altertümlichen ehemaligen Tauser Dorf Petrowitz sieht mansie noch.17) Sie heißen in einigen Dörfern der Gegend bezeichnender-weise auch» Sruby«( Bollwerke).

Die treue Bewachung der Grenze war dem exponierten Stamm,dem Puffervolk, vor allem zur Deckung der eigenen Haut nötig, wiedie Choden 1567 selber sagen:» weil es uns zunächst anginge.« 18)

16) Ebenda. V. 195.

17) Eine sehr gediegene und ausführliche Abhandlung über das chodische Bauern-haus und sein Gerät schrieb J. F. Hruška.( Český Lid., II. 44, 153, 566, 675. II. 10, 392.III. 206, 315.)

18) Mitt. 13, 227.