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Literatur der österreichischen Volkskunde.
14. Řada pohádek a pověstí, nasbíraných v Líšni u Brna na Moravě. NapsalMUDr. Frant. Elpl. V Praze 1904.( Eine Reihe von Märchen und Sagen, gesammelt inLösch bei Brünn in Mähren. Niedergeschrieben von Fr. Elpl. S. 122.)
Diese neue Sammlung verdient einigermaßen nähere Aufmerksamkeit, erstens weilsie Erzählungen aus bloß einem Orte enthält, zweitens weil ihr Herausgeber sich seinerPflichten bei der Wiedergabe der Volksmärchen und Sagen bewußt ist, diese sogar aus-drücklich in der Einleitung betont. Etwas mehr wird das Vertrauen in die Sammlung ein-geschränkt dadurch, daß der Herausgeber sie nicht gewissen Erzählern aus dem Volkenachschrieb, sondern sich bei deren Wiedergabe in die goldenen Zeiten einzulebentrachtete, wo er und seine Kameraden sie sich erzählten oder sie von anderen hörten. DerHerausgeber hat einige Kenntnis von der Märchenliteratur, doch ist sie bei weitem nichttief, die musterhafteste böhmische Märchensammlung von Dr. V. Tille, Povídky z Valašska,ist ihm leider unbekannt geblieben. Die folgenden Bemerkungen zu den einzelnen Märchendürften hoffentlich nicht nutzlos sein.
Nr. 1, S. 13 f.„ Von einem Fleischergesell", das ist vom Drachentöter und seinendrei verzauberten Hunden, aber ohne die falsche Schwester.( Vergl. R. Köhler, KleineSchr. I, 303 f.)
Nr. 2, S. 19 f.„ Vom Tambour." Aus der Unterwelt drei Prinzessinnen befreit, derHeld von seinem Kameraden in der Unterwelt zurückgelassen. Das Märchen ist ganz verblaßt,statt der Gefährten mit übernatürlichen Eigenschaften sind es zwei ganz gewöhnliche Wan-derer. Der Kampf mit dem Drachen in der Unterwelt mit einigen Worten bloß notiert. Ausder Unterwelt trägt den Helden nicht der Greif auf die Erde hinauf. Wie er so in der Unter-welt in den verlassenen Schlössern herumgeht, findet er eine Trommel, und so trommelter, um sich die Zeit zu vertreiben. Aber plötzlich stand vor ihm ein ganzes Heer, stelltesich zu seinen Diensten, der General ließ Schiffe bauen, die ihn in sein Land bringensollten, derweilen schickte er hundert Köche und hundert Diener, daß sie ihn im Schlossebedienen. So kam der Tambour also wieder auf die Erde, zum Vater der befreitenPrinzessinnen. Schlußform el:„ Ich war auch dort( auf der Hochzeit), habe ge-gessen, getrunken und auch getanzt, es war aber eine papierene Erde, und so bin ichbis hierher durchgefallen."
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Nr. 3, S. 24 f.„ Vom grünen Blatte", das ist das Märchen von den„ Drei Schlangen-blättern. Vergleiche meinen Aufsatz in der Z. d. V. f. V. K. 1903, S. 399 ff. Es wirddas von der Božena Němcová erzählte Märchen ganz kurz wiedergegeben, nur der Ur-sprung des wundertätigen Blattes wurde ganz vergessen, und so beginnt das Märchen:„ Ein Mann hatte, ich weiß nicht woher, ein grünes Blatt."
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ist von der treulosen Mutter,( Vergl. Z. f. ö. V. K., Bd. V,Nr. 27; XIII, S. 91, Nr. 278.)krank und schwach, und soverirrten sie sich in einem
Nr. 4, S. 26.„ Der Gürtel des heiligen Jakob", dasdie ihren Sohn einem Räuber im Waldschlosse verrät.S. 140; VII, S. 197, Nr. 18; Ethnograf Zbirnyk IX, S. 54,Das Märchen hat eine eigene Einleitung: Der Knabe warpilgerte mit ihm die Mutter zum heiligen Jakob. Am WegeWalde in eine Höhle, abwechselnd wachten sie die Nacht durch. Dort erblickte derKnabe auf einem hohen Baum etwas Leuchtendes. Er kroch binauf, fand einen Gürtelund auf ihm geschrieben:„ Wer mich an den nackten Körper umgürtet, bekommt über-natürliche Kraft." Ähnlich batte in einem anderen mährischen Märchen von der„ Treulosen Schwester" bei Kulda IV, S. 103 ff., Nr. 7, der Held einen solchen Gürtel,kam aber auf andere Weise zu ihm, ebenso in einer polnischen Version aus Ober-schlesien.( Mitteil. d. schles. Ges. f. V. K., Heft VI, S. 45.) Besonders ähnlich, nur aus-führlicher, in einem Märchen aus Ostböhmen.( Český Lid V, S. 562 f., Nr. 8.)
Nr. 5, S. 29 ff.„ Vom Bär, Adler und Fisch." Tierschwäger.
Nr. 6, S. 33 f.„ Von der Müllerstochter", der Braut des Räuberhauptmannes. ZuGrimm Nr. 40, Národop. Sborník českoslov. VIII, 37 f., 62 ff.; Tille, Povidky z Valašska,Nr. 33, 40, S. 117 f.