Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde11 (1905) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
11 (1905) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Kleine Mitteilungen.

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Die Haustüren sind auch bei den Straßendorfhäusern nach Osten oder doch nachSüdost-- gerichtet; links sind die Wohnräume, rechts, nur durch den Hausflur getrennt, dieStallungen; an diese angebaut sind die Scheuern und Schupfen. Kein Haus ist ein- oder mehr-stöckig( das Daclzimmer des mittleren Hauses ist nur ein späterer Einbau), die Dach-konstruktion ist dieselbe etc.

Allerdings, die Wände sind angeworfen und geweißt oder gar gemauert und infolgevon Teilung und Platzmangel andere Häuser dazwischen und vorgebaut worden; behältman aber den typischen Baustil im Auge und betrachtet man die Häuser genauer, sofindet man, daß sich der ursprüngliche Stil auch hier nicht verleugnet und erkennbar ist.Im allgemeinen kann man sagen, daß das als typisch angeführte Böhmerwaldhausim ganzen Böhmerwalde von Neuern bis weit über den Kubany hin, vom Fuße desGrenzwaldes bis zum Kamme desselben überall ganz rein oder doch nur in den obenerwähnten geringfügigen Äußerlichkeiten differierend gefunden wird, und zwar in derweitaus überwiegenden Mehrzahl.

Sprichwörter im Böhmerwald.

Gesammelt von Marie Bayerl- Schwejda, Silberberg.

' s Herz hot koi Fensta net.

Glei und glei g'sellt si gern", sogt d'r Tuifl zum Kohlenbrenna,

Wo d'r Hund frisst, dort muss er bellen.

Uebers Mass sprengt das Fass.

Wej d'r Mo, so d'r Bråu( Brauch). Wej d' Lait, so d'r Zaich( das Zeug).Ma konn wej long am grünen Bam sitzen, bevor er odorrt.

Wenn ma' n Håsen nennt, so kimmt' r g'rennt.

Wo d'r Hås âusfschluift, durt wohnt' r gern.Schafft Gott a Hasl, so schafft er auch a Grasl.

Wos ma g'lernt hot, frisst ka Broud net.

Wenn d'r Bettelmo afs Pferd kimmt, so konn iem kan Tuifl net reiten.

In d'r Noujet( Nähe) is guat schuissn und in d'r Weiten is guat luign.

' s Weibersterm Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibersterm bringt' n Mo net ins Verderm, oba' s Rossverrecka konn den Bauernerschrecka.

Will unser Herrgott en Noarrn hab'n, so losst er' n Mo' s sterm.

Wej die Olten sungen, so zwiegezn die Jungen.

Für die Dummheit is ka Kraut net g'wochsen.

Die Dummheit und d'r Schubkoarrn gehn imma voro( n).

Wenn's in d' Hoar schnäbt, so g'frärt's in d'r Hosen.

Wird scho wer'n, sogt d'r Fuchs zum Bär'n.

Mit grossen Herr'n is net guat Kirschen ess'n, die werfend iem glä d' Stingeln ins G'sicht.Wärst net afig'stieg'n, wärst net obag'foll'n.

Wer sich mischt unter die Klei', den fressen die Säu'.

Wer wos gibt, der liegt im Himmelbett, wer nix gibt, der liegt im Saudreck und is mit aSchofhaut zoudeckt.

Ums Geld pfeifen's iem z' Nürnberg.

Geld regiert die Welt.

Der Oane hot den Baitl, der Ondre hot dos Geld.

Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.

Wer's Kleine nicht ehrt, ist des Grossen nicht werth.

Der Pfort( Vortheil) treibt' s Handwerk.

Wer net lügen konn, is ka rechta Handwerka.

A Nudlbrett und a Ausred' findt ma in jedem Haus.

A Maus, wos ka Lo, und a, wos ka Ausred' net findt, do san Beide für nix.Einmal gut ist immer gut.

Wos ma net woass, mocht iem net hoass.

In d' Händ' speiben( spucken) und in d' Oarbeit sch.....