Über Volkstracht im Gebirge.
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auffallender war wie der heutige, größerenteils aber in der Aufnahmeoder Nachahmung vornehmerer Gewandung bestehe, und dies be-sonders seit jener Zeit, wo die Herrenwelt aufhörte, selbst eine Trachtzu haben und nur mehr nach der Mode sich kleidete. Daher findenwir die meisten Anfänge jetzt üblicher Volksgewänder im 17. und18. Jahrhundert; für meine Gebirgskittel möchte ich durchschnittlichdie ersteren Jahrzehnte des vorigen Jahrhundertes, natürlich mitmancherlei Zugeständnissen, in Anspruch nehmen. Für die nur allzuhäufige Nachahmungssucht sprechen die vielen abwehrenden Kleider-ordnungen, wie sie auch hierzulande nötig erachtet wurden, diemehrfach nicht sowohl vom moralisierenden Bekehrungseifer, alsvon der verletzten Standeseitelkeit diktiert wurden, welche dem
Fig. 2. Tiroler Trachten( Bauersleute aus Hall, Sarntal und Lechtal).
Nach einem alten Farbendruck von Transquillo Mollo, Wien.
gemeinen Mann einen Anteil an der neumodischen Schneiderglorienicht gönnen wollte. Wir können es besonders bei den Nachbarngrößerer Städte täglich beobachten, wie sie begierig nach den vor-nehmen Variationen haschen und diese teils getreu, teils mit un-geschickter oder geschickter Umgestaltung auf ihre Röcke über-tragen. Nur darf man nicht immer die rasche Einwirkung der Modeerwarten, nicht ein vollständiges Umschaffen des alten Gewandes.—Man kann annehmen, daß selbst in den Stadtumgegenden der Ebenenfünf, ja oft viel mehr Jahre vorübergehen, bis etwas Modernes auchdem Landvolk tragbar erscheint, ohne damit gesagt zu haben, daßnicht einzelnes zugleich vom Bauer wie vom Ritter und Bürgererfaßt wurde, besonders in den Zeiten, wo die deutsche Tracht sicheifrigst mit fremden Lappen verunstaltete.
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In einem inneren Zusammenhang mit dieser Lebenskraft stehtwohl auch der Umstand, daß den Landleuten nicht das Neue, Moden-hafte als das Festliche und Würdigste an ihrer Tracht erscheint, sondernimmer das, was für den gewöhnlichen Gebrauch bereits abgelegt
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