Kleine Mittheilungen.
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Felt vertragen die Böhmerwäldler ungemein viel, so müssen Rühreier buchstäblichim Fett schwimmen, das heisst, vom Fett bedeckt sein, und das Schweinflei ch, welchesim Böhmerwalde als solches auf den Tisch kommt und benannt wird, ist oft nichtsanderes, als eine vier bis fünf Finger dicke Speckschichte mit einem bescheidenen finger-dicken Streifen Fleisch.
Getrunken werden ausser süsser und saurer Milch, auch noch Bier, selten Weinund Schnaps. Es gibt Dörfer, wo überhaupt kein Branntwein zu haben ist und an Fest-tagen oft von weither erst geholt werden muss.
In der Eisensteiner und der Stubenbacher Gegend ist das Menu an Kirchweihenund bei Hochzeiten ein sehr reiches und soll hier ein Hochzeitsmahl in der Reihe der Gänge( aus eigener Anschauung) angeführt werden: Rindsuppe mit Nudeln, Rindfleisch mitSchmettenkren, Beusch'l, geschnittene Nudeln, Kuttelfleck, Reiskasch, saures Rindfleisch,eingemachtes Kalbfleisch, Schweinernes mit Kraut und Knödeln, Rindsbraten, Kalbsbraten
Fig. 89.> Tabakschermmit Reiber,Böhmerwald.
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mit Zwetschken und„ gfrört'n Treräpf'ln", Schöpsenbraten mit rothenRüben(!), Krapfen, Gugelhupf und Gebäck(„ Kolatschen“ und„ Zuckerback“).Natürlich vermag Niemand, auch der stärkste Esser nicht undsolcher gibt's hier genug von allen Gerichten viel zu essen, wiewohldie Hochzeitstafel von Mittag bis Abends dauert und zwischen den Gängengetanzt wird. Es bekommt aber jeder Hochzeitsgast das, Pschoid"( einTuch[ Serviette] voll Kolatschen etc. als Entgelt für das, Schenkgeld") mit.Von den Feiertagen werden dieWeihnachten am meisten festlich be-gangen und demgemäss an diesen Tagenam besten aufgekocht". Am heiligenAbend wird Früh gefastet, zu Mittagsgibt's Knödeln und Schwämmesauce, desAbends die Ueberreste hievon, dann ge-kochte Zwetschken und Birnen mit Ofa-Knödeln. Nach der Mette gibt's Metten-würste.
Am heiligen Tag Früh Kaffee mitOfa- Knödeln, Mittags Rindsuppe mit Reis,Rindfleisch mit Kraut, Schweinefleischmit Knödeln, Eierschmarrn. Abends dieUeberbleibsel. Zu Ostern gibt's dasselbe,aber anstatt Eierschmarrn Krapfen.
Zu Pfingsten ist das Essen ähnlich,doch kommt nur einerlei Fleisch auf denTisch.
Fig. 90.» Brisilglas«, Böhmerwald.
Krapfen werden auch im Fasching, am„ Johannstag" am Kirchenfesteund zur Kaiserkirchweihe gebacken.
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Die Schulkinder, welche über Mittags in der Schule bleiben( manche von ihnenmüssen Früh um 6 Uhr aus dem Hause und kommen erst zwischen 4 und 5 UhrNachmittags ist von 1 bis 3 Uhr Unterricht- heim), hekommen in der Regel nur ein
grosses Stück Brot mit.
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Holzhauer, welche tagelang im Schlage bleiben, nehmen sich Brot, Mehl, Gries,Schmalz, Salz etc. mit und kochen ihre Mahlzeiten in den Holzhauerhütten, welche nichtsanderes als eine Herd- und Schlafstelle enthalten.
Schliesslich möge hier noch eines„ Genussmittels" gedacht werden, welches zwarnicht zur Nahrung gehört, jedoch auch wichtig und hier zu erwähnen am besten amPlatze ist, des Tabaks. Im oberen Walde wird viel geschnupft und wenig geraucht, imunteren umgekehrt. Geraucht wird nur ordinärer Inlandtabak, und zwar in kurzen Holz-pfeifen, welche bei der Arbeit nicht behindern. Geschnupft wird zumeist der aus Bayerngeschwärzte Brasil" oder Brisiltuwak", welcher in einer gugelhupfähnlichen Tonform