Literatur der österreichischen Volkskunde.
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vor- und rückwärts in Verwendung. Wir verweisen übrigens auf die Seiten 14, 16, 20, 42,43, 50, 51, 62, 74, 75, 86, 87, 92 und 132.
Einen besonderen Reiz erhalten die Häuser durch die enge Verbindung mit demGarten. Manchmal ist noch ein besonderer Hof hinter dem Hause, oft aber ergreift derGarten mit seinen Schlingpflanzen unmittelbar das Haus. Im Mittelbau hatte man öfterim Erdgeschosse einen Wintergarten. Von den Gartenhäusern sind alle Zwischengliedervom„ Salett bis zum stilvollen gemauerten Häuschen abgebildet.
In weiterer Folge sind eigentliche Stadthäuser aus Wien, Prag und anderen Städtenzur Ansicht gebracht, sowohl Straßen- als Hoffassaden. Seite 17, 117 und 135 zeigen Höfe,die Seiten 31, 86, 116 und 135 Patrizierhäuser, 116 und 117 größere Gassenfassaden.
Auf den Seiten 32, 33, 85, 87, 101 und 123 sehen wir hübsche Schlößchen, mitAusnahme des Admonter Stiftgutes Röthelstein( Seite 87, irrtümlich als Kloster bezeichnet),sämtlich aus Tirol, wie auch den Vinstgauer Schloßhof( Seite 83).
Die Seiten 34, 36, 90 und 91 lassen uns Gebäude aus Italien und Südösterreichsehen, die den italienischen Einfluß deutlich zur Schau tragen.
Im Gefolge der erwähnten Bauten finden wir reichlich Abbildungen von Portalen,einfach und reich, mit Bildwerkaufsätzen, wie die prächtige auf Seite 26, Hauszeichen mitMenschen, Tieren, religiösen oder profanen Darstellungen, oft mit köstlicher Charakteristik,statt unserer Hausnummern gebraucht. Erker jeder Art, die früher so sehr beliebten, weitausladenden, die Straße ungemein belebenden Geschäftsschilder, sogar Rauchschotköpfein reicher Auswahl. Mit Recht sind Grabsteine in guter Auswahl aufgenommen worden,doch fast nur solche aus der Empirezeit, während die Rokokosteine, die freilich ziemlichselten sind, durch Abwesenheit glänzen, dann einige hübsche Bildstöcke und Kapellen,Berücksichtigung fanden auch fürstliche Gartenanlagen während der Barockzeit aus Wienund Krumau, obwohl schon weit außerhalb des gesteckten Rahmens liegend. Von denSeite 44, 45 und 94 gebrachten Kirchen, worunter die Senftenberger durch ihre malerischeGruppierung hervorsticht, sind eigentlich nur die rutenischen Anlagen wahre Volkskunst.Von Einrichtungen finden wir zahlreiche Öfen, Möbel, Uhren, Geschirre, sogar Leb-kuchenmodeln.
Ein großer Teil der Abbildungen besteht aus malerischen Straßenpartien, Hof-winkeln, die in Wirklichkeit bei ordnungsliebenden Menschen den Wunsch nach baldigerBeseitigung wachrufen, hier im Bilde jedoch von jedem mit Gefallen betrachtet und anvielen Stellen geschätzt werden. Es muß bemerkt werden, daß die rein künstlerischeWirkung in zahlreichen Fällen erst die Folge nachträglicher, oft rücksichtsloser Zu- undUmbauten ist, also nicht absichtlich in gefälliger Form hervorgebracht wurde. Immerhinwerden auch solche Sachen dem begabten Künstler Anregungen verschaffen.
Wir wollen nun die dem bäuerlichen Kreise der Volkskunde angehörigen Bilderin Betracht ziehen. Die malerischen Holzhäuser( Seite 22 und 23) der äußeren Straßen inWallern( im Böhmerwalde), soweit sie von großen Bränden noch übrig geblieben sind,geben uns ein Bild von der einfachen, früher in den Alpen üblichen, dort längst über-wundenen Bauart. Die hübschen ausgeschnittenen Brüstungen sind Zutaten der dortigenFachschule für Holzbearbeitung unter Direktor A. Hofmann. Interessant ist die mit auf-genagelten Brettchen nach Art von Rustikquadern verzierte Haustüre, vielleicht denHochrenaissancetoren in Mauerwerk des nahen Krumau( S. 27) entnommen, in Wallernöfter in Holz vorkommend.
Die Seiten 24, 83, 89, 98, 106 und 107 bringen uns die behäbig daliegenden TirolerBauernhäuser mit dem schönen Schmuck der Hochlauben, mehrseitigen Erkern, Malereiund dem zierlichen Balkenwerk im Giebel nach Zirler Art.
Merkwürdig sind die in den Seiten 34 und 35 enthaltenen Darstellungen aus demFischerheim in Grado am nördlichen Teile des Adriatischen Meeres. Die Hütten werdenfast überall stets bewohnt.
Aus Niederösterreich sehen wir auf Seite 85, 105, 109, 123 und 129 zumeist Straßen-ansichten von Weinbauhäusern, aus dem Egerland stattliche Gehöfte auf Seite 95, 105und 130.