Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde10 (1904) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
10 (1904) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Drei Tage Kaiser

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Dan.

vierzig Jahre Hausknecht.

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Jeder liebt Seinesgleichen.

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Besser sind die Tage des neuen Jahres, als die von der Verklärung.*)

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Das ofte Bellen des Hundes lockt Wölfe herbei.

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Jener, der kein Geld im Beutel hat, soll Honig im Munde haben.

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Jeder Mensch hat Sorgen, nicht alle Sorgen aber sind gleich.

Höre viel, spreche wenig.

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Der Stab in der Hand des Wanderers ist zu Allem von Nutzen.

II. Armenischer Glaube und Gebräuche beider

Hochzeit.

Früher verheirateten die Armenier ihre Kinder sehr jung. Diearmenischen Mädchen zeigten sich selten in der Oeffentlichkeit, jasogar in die Kirche durften sie nur an bestimmten grossen Feiertagen,wie Neujahr, Palmsonntag, Maria Verkündigung und Verklärungstage.Dieses wurde aus dem Grunde beobachtet, dass ihnen nicht nach-gesagt werde, sie gingen aus, um gesehen zu werden. Auch das Zu-sammenkommen mit jungen Leuten wird denselben verboten. Wennihnen aber dieses irgendwann gestattet wird, so schärfen ihnen diealten Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber ein, dass sie den jungen Leuten nicht die Erlaubnissgeben, an der Blume zu riechen, mit welcher sie den Kopf schmücken,denn ansonsten wird ihr Haar vorzeitig weiss werden und ausfallen. Derwahre Grund dieses Verbotes aber ist, dieselben vor den Küssen der Jüng-linge zu schützen, denn von der Kopfblume bis zum Gesicht ist einekurze Strecke, und wenn ein Mädchen einem Jüngling die Erlaubnissgibt, an der Kopfblume zu riechen, dann nimmt er sich selbst dieErlaubniss, die Blume vom Gesicht zu küssen.

Die Hochzeiten werden bei den Armeniern auch heute, so wiefrüher, von den Eltern der jungen Leute vereinbart, letztere kennensich in den meisten Fällen vor der Verlobung gar nicht. Vor derVerlobung aber hat sich die Mutter des jungen Mannes eingehendüber die Schönheit, die häuslichen Tugenden und besonders über dasausschlaggebende Vermögen des zur Schwiegertochter auserkorenenMädchens informirt.

Früher war es Sitte, dass der Bräutigam seine künftige Frauvon den Eltern mit Geld oder einer bestimmten Anzahl von Schafenabkaufte. Der Braut selbst aber sandte der Bräutigam abgesondert

*) Die Tage vom neuen Jahre an wachsen, deshalb gefallen sie den Armeniernmehr, als die nach der Verklärung, welche von da immer kürzer werden.