Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde10 (1904) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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10 (1904) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Todtenbretter in der Gegend von Neuern, Neumark und Neukirchen.

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Rieder, wobei die Mittheilungen und Berichtigungen nur so hervor-sprudelten. Es war oft kein Weiterkommen, da von den Leuten geradedas Unbedeutendste und Alltäglichste am meisten aufgebauscht undam öftesten repetirt, auch sonst viel zu Naheliegendem abgeschweiftwurde. Die sämmtliche Literatur über diesen Gegenstand zu studirenhielt ich für unerlässlich. Ich bin für deren Ueberlassung HerrnDr. Wilhelm Hein zu grösstem Danke verbunden. Dieser Forscherwar es, der mich zu dieser Arbeit aufmunterte. Nun weilt er nimmerunter den Lebenden. So weihe ich die Arbeit seinem Andenken.

Fig. 34. Friedhofmauer mit Todtenbretter in Rothenbaum.

II.

Ist ein Todesfall eingetreten, so wird der Todte gleich angekleidet,solange er noch warm ist, weil sich seine Glieder da noch biegen.Ohrgehänge und Ringe werden von hilfsbereiten Nachbarinnen gleichabgenommen, worauf das Auskleiden, Waschen und Ankleiden folgt.Unterdessen wird das Todtenbrett besorgt. Der Bauer hat stets Bretterim Vorrath zu Hause. Mit ihnen ist das Gerüst der Scheuer überlegt.Hier trocknen sie gut aus und leisten zugleich Dienste als Diele.Das Brett wird entsprechend lang abgeschnitten, über zwei Stühleund der Todte daraufgelegt, mit dem Gesichte zur Eingangsthürgewendet. Die Hände werden auf der Brust zusammengebunden undmit einem Rosenkranzė umwickelt.

Stirbt der Inmann oder einer seiner Angehörigen, so gibt derBauer das Brett her, der Inmann kann es sich selber herunter-schneiden.( Ueber das Verhältniss zwischen Inmann und Bauer siehemeinen Bericht in dieser Zeitschrift, Jahrgang VI, Seite 145–154.)

Zeitschrift für österr. Volkskunde. X.

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