Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde9 (1903) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
9 (1903) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Kleine Mittheilungen.

die als Schlafraum für die Familienmitglieder in der Stuben" schlafen gewöhnlichnur das Bauernehepaar und die ganz kleinen Kinder-, als Ankleideraum, Rumpel-kammer etc. gilt.

Den grösseren Nebenraum, Stübel" genannt, bewohnt der Ausgedinger oder einMiether, jenseits des Vorhauses liegen die Stube und Kammer der Inleute.

Der Backofen befindet sich in neueren Gebäuden ebenfalls im Vorhause und batseine Verbindung mit dem Stubenofen, sonst wurde er abseits vom Hause als eigenesGebäude aufgeführt.

In älteren Häusern gibt es daselbst auch noch eine kleine Kuchel" mit offenemHerde, ein dunkler Raum in directer Verbindung mit dem Kamin, der während der heissenJahreszeit als Küche dient.

Weiter führt im Vorhause eine Holzstiege zu den luftigen Bodenräumen, wo Samen-vorräthe, Geräth, die Kleidung und Wäsche, Winterobst und Mehl, Gerümpel u. s. f. auf-bewahrt sind. Truhen und Kästen, selbst wenn sie ganz neu sind, haben immer ihrenPlatz am Boden.

Interessant war an diesen Möbelstücken die Malerei, die durchwegs nur Blumendarstellte. Heutzutage musste aber letztere dem modernen braunen Anstrich weichen, derdie Politur imitirt.

Endlich führt auch noch vom Vorhause eine Treppe in den Keller hinab, woKartoffeln, der Milch vorrath etc. gehalten wird.

des stattlichen- erwähnen,

Indem wir nun noch des Hofraumes, der angebauten Stallungen, der geräumigenScheune( Stodel), des Holz- und Wagenschupfens, des Wasser grandes"Düngerhaufens, der sich vor der Greed" ausbreitet, nicht zu vergessenso steht vor unserem geistigen Auge das Bauernhaus des Böhmerwaldes fertig da.

Rumänische Legenden aus der Bukowina.

Mitgetheilt von Demeter Dan, Straža.

Die Legende der Kröte.*)

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Einst soll die Muttergottes das Kindlein Christus gesucht haben, welches seit einigenTagen fehlte. Während dieselbe ihren Sohn suchte, erblickte sie in einem Strassengrabeneine Kröte, die dort wehklagte. Von der Muttergottes um die Ursache ihres Weinensbefragt, gab sie zur Antwort, dass ein rollendes Rad ihre neun Kinder zertreten hätte,die sie jetzt beweine.

Die Muttergottes wollte die Kinder der Kröte sehen und sagte, sie möge ihr die-selben zeigen. Die Kröte erfüllte diesen Wunsch und zeigte ihre Kinder. Der Anblickderselben aber soll die Muttergottes so angeekelt haben, dass sie die Kröte anspucktemit den Worten: Nie mögest du verwesen!" Und der Fluch der Muttergottes blieb ander Kröte haften, denn die Kröte, von der Sense verwundet oder vor Altersschwäche zuGrunde gehend, geht gar nicht in Verwesung und Fäulniss über, sondern ihr Fleisch undihre Haut trocknen ein und erst dann werden sie zu Erde.

Der weise Salomon und die Schlange.**)

Es heisst, dass zu Zeiten des weisen Salomon eine Schlange einen Baumwipfelerklettert hätte. Unter diesem Baum lageiten zur Mittagszeit die Hirten mit ihren Schafen.Neben dem Stamm nun zündeten dieselben ein Feuer an. Dieses thaten sie mehr ge-wohnheitsmässig als aus Nothwendigkeit.

Nach dem Abziehen der Hirten von ihrem Rastorte schien es, dass das Feuerausgegangen sei, denn nur die Asche blieb zurück. Das Feuer aber war nicht ausgegangen,sondern loderte unter der Asche.

Nach einiger Zeit fing der Stamm der Tanne Feuer und nach kurzer Zeit war derKönig der Gebirge eine Flamme. Nur die Tannenspitze brannte noch nicht, aber dieFlamme und die Hitze des Feuers reichte auch bis dahin. Hier stand nur die Schlange,*) Mitgetheilt vom 80jährigen Grundwirthen in Straża Petru Padure,**) Mitgetheilt von Ivan Kira, Grundwirthen in Straża.