Kleine Mittheilungen.
Das Bauernhaus im Böhmerwalde.
Von Frau Marie Bayerl- Sch wejda in Silberberg, Bezirk Neugedein.
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Das hiesige Bauernhaus ist genau so nüchtern, schlicht, anspruchslos, nur aus-nahmsweise stattlich wie seine Bewohner. Nur das Innere des Gebäudes, besonders die„ Bauernstube“ mit den blumengeschmückten Fenstern, spiegelt in seiner Nettigkeit, Rein-lichkeit und Ausschmückung die stille, sinnige, in sich verschlossene religiöse Poesie derBewohner wieder.
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Vor dem Hause ist die Greed" mit grossen, flachen Steinen gepflastertesTrottoir circa meterbreit angelegt. Haben wir diese überschritten und das massive,meist mit einfach geschnitztem Ornament versehene Hausthor geöffnet, so begrüsst unsim ziegelgepolsterten und meist mit Stroh gebetteten Vorhause an der Wand die Haus-capelle, und zwar besteht diese aus einem Altarbilde hinter Glas und breitem Rahmen,das die ganze Wandhöhe einnimmt.
Es ist zumeist bandgemalt, wächserne Votivfiguren, eine Unmenge von Kerzen,Crucifixe, Blumen, Madonnen etc. sind im Laufe der Jahrzehnte anlässlich wichtigerFamilienereignisse herum gruppirt werden.
Unter dem Bilde ist ein Gebet oder Bibelspruch gedruckt und zum Schlusse derName des Begründers, verbunden mit der Jahreszahl. Aus dieser ersieht man, wie weitdie Bauerngeschlechter zurückgreifen, wie tief und fest der Sinn fürs Heim im Herzendes Wäldlers wurzelt, mit welchem Adelsstolze er an seiner Scholle festhält.
So ist zum Beispiel am„ Hås"( Haus) Einschicht zur Ortschaft Chuduva gehörig.in einem Bauernhause eine Hauscapelle, unter deren Inschrift es heisst:
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Dieß Bild hat malen lassen hanẞ Wesser Lakh anno 1703."Heutzutage schreiben sich die Besitzer dem slawischen Namensursprunge annähern-der: Wesserlak", doch sind sie noch immer rein deutsch wie jener„ Ur- Urneedl", dersich einst Wesser Lakh geschrieben.
Bemerkenswerth ist, dass nur in alten Bauernhäusen diese Hauscapellen üblich sind.Nebstdem finden wir den buntbemalten Speiseschrank:„ D'Kisten" fast in jedemVorhause. Auch bleiben immer hier die Holzschuhe stehen, denn betreten wird die Stubenur in Strümpfen oder barfuss.
Die Stube ein grosser, viereckiger Raum, mit vier bis fünf Fenstern- sie nimmtimmer das Eck des Gebäudes ein und mit blitzblank gescheuertem Fussboden.
Unter den Eckfenstern laufen die Bänke längs der Wand und treffen im Eck zu-sammen, dort steht vor ihnen der grosse, viereckige, grünlackirte Tisch und darüber inder Wandecke hängt das Crucifix, zu dessen beiden Seiten sich Heiligenbilder befinden.Wenn die Glocke zum Gebete ruft, so beten sämmtliche Inwohner mit den Blicken dort-hin gewandt.
Im Beginne des 19. Jahrhunderts waren allgemein die schwarz eingerahmten aufGlas in greller, naiver Malweise ausgeführten Heiligenbilder verbreitet, die nun durch denbunten Papierfarbendruck gänzlich verdrängt sind. Ich selbst bin im Besitze einiger solcher,in unverwüstlichen Farben gemalter Bilder, die noch aus dem Haushalte meines Urgross-vaters stammen und von denen ein Bild: Adam und Eva darstellend, besonders inter-essant ist.
Die zweite Stubenecke nimmt das„ zwiesponige“ Bett mit seinem grobgewirkten,grellfarbigen Ueberzuge ein, ein oder mehrere Heiligenbilder hängen darüber. In derdritten Ecke prangt der blau angestrichene„ Schüsselkor" mit seinen bunten Tellern,Gläsern und Krügen; die vierte Ecke wird von dem grossen Kachelofen( meist grün oderbraun angestrichen) und dem„ Höllal"( Raum hinter dem Ofen, wo die Hausfrau kocht),in dessen Wand sich Nischen zum Aufstellen von Geschirr befinden, ausgefüllt.
In neuerer Zeit wagt man sich auch schon an den Luxus von kleinen Fenster-vorhängen an den Stubenfenstern heran. Die Alten wollten davon nichts hören:„ D' Laitthaten moina, doss ma dahinta öppes unrechts thout!" sagten sie.
Wenn wir noch die in allen Fenstern blühenden Blumenstöcke, die als hohe Zierdedes Hauses gelten, erwähnen, so betreten wir den Nebenraum: die Komma( Kammer),
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