Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde9 (1903) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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9 (1903) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Höfler.

war eine für Los- und Wahrsagung und Zauberei besonders günstige.Wenn darum in Heigermoos( Innviertel) ein Mädchen in einerRauchnacht mit einem Klötzenbrot( Birnbrot), in dem ein( Opfer-)Messer steckt, um das Haus herum( opfern) geht und es begegnetihm Einer, so muss dieser den( Opfer-) Laib anschneiden; mit demkommt sie dann zum Heiraten( Dr. v. Strehle), ein Augurium, das imdeutschen Volksbrauche oft wiederkehrt( siehe auch Z. d. Ver. f. Volks-kunde 1902, 463).

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3. In den Rauchnächten spielten auch die etwas feiner her-gestellten Brote, das heisst Kuchen, eine Rolle, sie blieben in denzwölf Kuchentagen englisch: cakes of the twelfte day alsOpferkuchen unberührt und wurden erst am zwölften Tage verzehrt,also am Heiligen Dreikönigstage, nachdem mit dem Heiligen Drei-königsrauch die Wohnungen ausgeräuchert worden waren. ImMünsterlande sind in dieser Zeit die süssen Honigkuchen, im Badischendie damit identischen Lebkuchen und sonstige Küchlen üblich( Meyer,Badisches Volksleben, 179, 180).

Beim Spinnen des ersten Flachses brachte man in den Zwölftender Mutter Erde von der neuen Ernte ein Opfer; das erste gesponneneGarn warf man für sie ins Feuer und legte einen Flachsbüschel mitfrischem Gebäck am Brunnen für sie nieder( Herrmann 1. c. 365).

4. In den drei Rauchnächten beanspruchten die Dienstboten desKlosters Chiemsee( Oberbayern) nach dem Essen noch einige Schmalz-Nudeln als eine Art Gesinderecht, das sich aus dem Dämonenopferableitete; in Tirol wurden in den Gstampa. Nächten für die Gstampa( Perchta) und ihre Kinder( das heisst die von ihr angeführteSeelenschaar) die sogenannten Gstampa- Nudeln aufgetragen; vier-eckige flache Schmalzgebäcke, deren Teig schon vor dem Räuchernbereit stehen muss; erst nach dem Räuchern durften sie verzehrtwerden( Heyl, Volkssagen, 53). Auch stellte man solche sogenanntenKrapfennudeln oder Kücheln für die Saligen( Fräulein) aufs Hausdach( für die Windgeister) oder in Krapfenschüsseln auf den Tisch, damitsie die Perchta oder Stampa essen könne( Heyl 1. c. 170, 753, 764,Schoepf 1. c. 698). In Oberbayern wird den Kindern gerathen, vielesehr heisse Kücheln oder Nudeln zu essen; man müsse sich damitden Bauch schmieren, damit die( Dämonin) Perchta mit ihrem Messerdaran abgleite( Gebot der» festen<< Innehaltung der herkömmlichenSpeiseordnung,» Fastengebot«). Im Egerlande erhält der Kempa( männliche Perchta- Figur) in den Rauchnächten die Reste desEssens( Lippert, Christenthum, 682). Die volksüblichen Gestaltendes Rauchnachts- Dämoniums haben demnach etwas Schauriges undDüsteres» wie a g'rechte Rauchnacht«( Schmeller, II. 14). Die Rauch-nächte oder Zwölften sind ganz und gar dem Cult der Dunkelelbengewidmet gewesen. Nach der versöhnenden Abspeisung dieserelbischen Seelengeister mittelst der herkömmlichen, durch Brauch