Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde9 (1903) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
9 (1903) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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des

Ueber die Leichenbretter im Mittelpinzgau.

Leichladen

ingottverschiedenen*) Wolfgang Deisenberger ge-wesener**) Schalner, gest. d. 31. Octob. 1898 bei den Rauter***)in seinem 68. Lebensjahre. Er ruhe in Frieden. †††

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Ein anderer Laden an einem mehr thalauswärts gelegenenScheunenbau erinnert an eine

» Ausstrag Bäuerin von Simmalinger+) alda.<<

Noch eines Brettes an dem Anbau eines Hauses in Maishofen( auf dem Wege nach Schloss Kammer links) aus der neuesten Zeitsei gedacht.

Christliches

Andenkenan den Herrn

Georg Neumayr Stiegerbauer in Maishofen, welcher im65. Lebensjahre nach Empfang der heiligen Sterbesacramenteam 25. Februar 1901 im Herrn verschieden ist. R. I. P.Geniesse in Freuden nach Trübsal und Leiden,

O theuerster Vater, die himmlischen Freuden,Doch denke bei Deinem so herrlichen GlückAn Deine tieftrauernden Lieben zurück.

Doch ist der Fall, dass die Todtenbretter am Wohnhause desVerstorbenen oder an hölzernen Zubauten desselben angebrachtwerden, verhältnissmässig selten. Gewöhnlich werden, wie bereits vonHein hervorgehoben worden ist, Scheuern, die an besuchten Wegenstehen, zur Anbringung der Todtenbretter ausersehen. Nicht seltengruppiren sich die Bretter um ein Crucifix. Aber auch hier ist esnicht der Zufall, dem die Bretter ihre Festlegung verdanken, sonderndie örtliche Zusammengehörigkeit der Verstorbenen, deren Andenkensie gewidmet sind. Dies ersieht man besonders deutlich aus der An-ordnung der Bretter an der Leoganger Strasse. Regelmässig sind esdie Bretter der einer einzelnen Fraction oder einem bestimmten Gute( Hinterstein, Hinterried, Rotheck, Hirnrait, Simerlinggut, Stadlgut,Lenzing) angehörigen Verstorbenen, welche an derselben Scheunebefestigt werden. Ein eigener capellenartiger Bau von sehr geringerTiefe, mit der Kreuzigungsgruppe im Innern, ist als» ChristlichesAndenken an den Herrn Joh. Nep. Wieser, Grossgrundbesitzer beimSteffel in Mitterhofen«( gest. 4. Jänner 1886) errichtet.++) Einen genau

*) Dies( oder in Gott verschieden") ist die gewöhnliche Schreibweise dieses nur aufden Todtenbrettern von Leogang vorkommenden Attributs( einmal Leichladen des inGottergebenen Jünglings u. s. w.")

**) In dieser Verbindung( ebenso auch gewester") so viel als abgewirthschafteter,aufgehauster" Besitzer,.

***) Dies ist nach meiner Erkundigung der Hausname.

) Simmerlinggut. Dialectische Aussprache des

er".

††) Der Grabstein dieses Johann Wieser findet sich( allerdings mit 1885 als Todes-jahr, doch deuten alle übrigen Umstände mit zwingender Nothwendigkeit auf die Identitätder beiden Personen) in der im Süden unmittelbar an die Kirche angrenzenden Ecke des