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Stolz.
meiner Rückkehr von Zell am See nach Innsbruck einsehen unddamit meine Aufzeichnungen vergleichen.
Da die Angaben ziemlich allgemein gehalten sind, ist es nichtgut möglich, den Bestand zur Zeit der Aufnahme durch Hein mitdem heutigen genau zu vergleichen. Hier will ich nur erwähnen,dass die Tafel II, 1 abgebildeten Todtenbretter an einem Baume imKollingwald, so weit meine Erinnerung reicht, auch heute noch in dergleichen Anordnung erhalten sind, wobei allerdings vielleicht eine Auswechslung einzelner Bretter und Ersetzung durch andere stattgefundenhaben kann, da sich auch je zwei» Christliche Andenken von 1890 und1891« und zwei» Leichenbretter« von 1890 neben älteren Brettern.finden. Die unter Nr. 49 erwähnten 14 Bretter an einer Scheune beiPfaffenhofen erscheinen jetzt um vier vermehrt( die jüngsten von1898 und 1901).
Es würde ermüdend sein, alle Fundstellen unserer Todtenbrettereinzeln aufzuzählen, jedoch will ich nicht unterlassen, auf einigebesonders interessante hinzuweisen. Auf der Strasse von Saalfeldennach Maishofen fand ich unweit des Gasthauses» zum Harchamer-wirth« unter einem grossen Crucifix an einem neben der Strassebefindlichen Zaun 26 Leichenbretter, von denen die meisten denNamen» Herzog« trugen. Die Angehörigen dieser Familie, in derenBesitz sich das obenerwähnte Wirthshaus befindet, haben offenbardiese durch das Kreuzbild geheiligte Stätte, für besonders geeignetzur Anbringung der Todtenbretter gehalten. Ueberhaupt ist im Ganzendie Wahl des Ortes zur Anbringung dieser Bretter, so weit ich zuurtheilen vermag, nicht dem Zufall allein anheimgegeben. Am ehestenspielt derselbe der Natur der Sache nach bei den Waldbäumen, diezu diesem Zwecke wahrscheinlich nach altem Glauben( man denke anden Wald- und Baumcultus) für besonders geeignet erachtet wordensein mögen. Und auch die hier angebrachten Bretter erweisen sichnach den daraufstehenden Namen nicht selten als Erinnerungszeichenfür Angehörige derselben Familie.*) Dem Andenken von Angehörigendes Hauses, allerdings im weitesten Sinne des Wortes, sind jeneBretter geweiht, welche am Wohnhause selbst oder an dem an-stossenden Scheunen- oder Stadelbau angebracht sind. Hierfür fandich Belege in Unterbergen beim Abstieg vom Hundstein, in Alm imsogenannten Klausnerhäusl, wo mir mehrere Leichenbretter in frischenFarben und sorgfältiger Ausführung, darunter eines von 1902, in dieAugen fielen. Sie waren, wie mir der auf dem Söller sitzende freund-liche Alte erzählte, die Leichenbretter von Personen, die im Hausegestorben waren und deren Leichen thatsächlich auf ihnen gelegenhatten. Dasselbe fand ich an mehreren Häusern in Leogang, wofürich das folgende Beispiel anführen will:
*) Vergl. O. Rieder a. a. O., S. 79:„ Nahe Verwandte werden gern zusammen-gestellt."