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Kaindl.
worden war, musste von vier kräftigen Männern nach Czernowitzgebracht werden, da er sehr schwer war.*)
Auf diesem Berge wohnte einst das Kind eines Riesen; seineMutter hauste auf der anderen Seite des Pruthflusses und kam jedenTag zu ihrem Kinde, um es zu nähren. Als sie einst weinen hörte,rief sie von ihrem Wohnsitze zum Kinde herüber:» Mama esti, mamaesti«, das heisst: die Mutter ist da. Daher heisst jetzt das Dorf, welchesgegenüber dem Cecinaberge am Pruth liegt,» Mamajestie«<.
Ueber den Namen» Cecina« erzählen die Leute Folgendes: Einstmähten die Leute Gras am Fusse des Berges. Während die Männermähten, kehrten die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber das Gras um, damit es trockne. EinWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib setzte ihr Kind unter einen Strauch im Schatten und entferntesich während der Arbeit von demselben. Da kam ein grosser Geiergeflogen und ergriff das Kind. Durch das heftige Weinen desselbenaufgeschreckt, rief die Mutter, wie alle Mütter gleich zu thun pflegen:» Ceci- na, Ceci- na«, das heisst: da hast die Brust. Erst dann erblicktesie, was geschehen sei. Nun eilte sie in der Richtung, wohin der Vogelseinen Flug genommen hatte, demselben nach. Auf der Spitze desBerges angekommen, brach sie vor Ueberanstrengung zusammen undstarb. Seither heisst der Berg» Cecina«.
Am Ostabhange des Berges fliesst eine Quelle, von der die amFusse des Berges wohnende rumänische Bevölkerung so Mancheserzählt. Unter Anderem heisst es, dass an dieser Quelle ein rumä-nischer Held( viteaz), nachdem er auf der südöstlich vom Bergegelegenen Ebene eine blutige Schlacht gewonnen hatte, von derQuellennymphe( Zina) aus Dankbarkeit für die Befreiung der Quelleund des Berges aus Feindeshand gelabt und mit dem frischen Quellen-wasser erfrischt wurde. Jene Ebene heisst noch heute wegen dereinstigen blutigen Schlacht» Pojana rosa«<, das heisst rothe Wiese.
XXIX.
Ostern in Chliwestie.**)
» Komm doch schon herein!« sagte die Mutter zu mir, als ichnoch in der Dämmerung auf einer Bank beim Hause sass und in dieWeite blickte,» komm, es ist schon Abend!<<
» Sofort!« erwiderte ich;» aber hörst Du, Mutter, die Glockenläuten? Das ist für morgen, für den Palmsonntag. Ich habe auch denMessner gesehen; er trug zwei Bündel Weidenruthen mit Kätzchen( Blüthen) in die Kirche. Gehst Du morgen in die Kirche?«<
» Gewiss,<< entgegnete die Mutter,» aber komm und kleide Dichum, wir gehen zur Leiche; die Tochter unserer Nachbarin ist ge-storben, ein schönes Mädchen. Komm, um die gekränkte Mutter zu
*) Thatsache ist, dass hier vor einigen Jahrzehnten ein grosses Ritterschwertgefunden wurde.
**) Aufzeichnungen des Herrn Lehrers Sergius Kaniuk.