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Blau.
wird er verspottet und ausgesungen, wie es dem» Hansl am Dach«<passirt ist. Die Beschäftigung mit den Hühnern ist eben ein altesReservat der Hausfrauen.*) Das Schimpfwort» Du henagraiffa« kannein solcher Hauswirth öfters hören. Hie und da gibt es auf denDörfern« Künstler, die den Hühnern, die schwer legen, die Eier ingünstigere Stellungen drehen und nicht selten als Nothhelfer ange-rufen werden. Vor diesen Eingriffen ist es aber nöthig, die Hühnerzu fangen. Dies macht keine Schwierigkeiten, wenn man ruft:» Duckde, puda( r) l!« wieder mit dem Intervall einer grossen Septime.
Vor Ostern sind in der Regel die Hühner ein Hauptgegenstandder weiblichen Unterhaltung.**)
Vier Wocha vor Ousta( r) n.
Gejt da Waiwaschmaaz o( n):Frågt oane de onda:
„ Legnt dane Hena scho) n?"***)
Man hört auch folgendes Räthsel:» Wie oft muss die Henne dieAugen zudrücken, bis sie das Ei gelegt hat?« Die Antwort lautet:» Neunmal muss sie erblinden!« Es will die Anstrengung des Legenszur Anschauung bringen. Dasselbe sagen auch unsere Nachbarn, dieChoden. Gar das erste Ei soll der Henne sehr weh thun. Das kommtnicht selten ganz blutig heraus. Man soll es, sagt man, nicht im Hauseverwenden, sondern dem ersten Bettelweib Glossar ::: zum Glossareintrag Bettelweib schenken, das nach demLegen ins Haus kommt. Dasselbe bei den Choden.++) Soll damitHexeneinfluss gebunden werden, oder soll die Opferung des erstenNutzens Segen bewirken? Die Slowaken schenken das erste Ei einemjungen Mädchen, damit es so lieb und rar werde, wie das glatte Ei. †††)Wei den Hühnern das Legen so schwer fällt, sagt man auch,das Eierstehlen sei die grösste Sünde.**)
Der alte Sternbauer« Josef Weber Pfarre Rothenbaumerzählte mir, übereinstimmend mit einem Manne aus SilberbergPfarre Putzeried: Früher sind, wenn die Hühner nicht gelegt haben,die Leute nach Neukirchen beim hl. Blut in Bayern ins( Franciscaner-)Kloster zum Omsöl( Frater Anselm) gegangen, haben ihm Eier undButter mitgenommen und dafür» Zaltla« aus Teig, so 3, 4 mm dick undin Guldengrösse, bekommen. In diese war der» Jesusnom«<( I. H. S.=
*) Vergl. Lippert, Deutsche Festbräuche. S. 55.**) Vergl. Lippert, Deutsche Festbräuche. S. 57.
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***) Auch im unteren Böhmerwalde bekannt. Joh. Peter theilt es in seinem Buche:Charakter- und Sittenbilder a. d. Böhmerwalde mit dem Schlussverse mit:
Do sogt oane zua ondan:
"
, Mane Hena legnd schon."
†) Český Lid, VI, 134, Hruška.
††) Český Lid, VI, 135.
ttt) Český Lid, VI, 380.
*) Dieselbe Meinung bei den Choden. Český Lid, VI, 134.