68 Mittheilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde.
ein geräumigeres Heim, wie wir hoffen wollen, ein eigener Bau die Möglichkeit gewährenwird, sie in die Aufstellung einzubeziehen und dadurch erst unseren wissenschaftlichenBestrebungen dienstbar zu machen.
Die Gesammtfläche, welche zur Ausstellung unserer Museumsobjecte verwendetwerden konnte, beträgt, abgesehen von den neun Stuben, in runder Ziffer 600 Quadrat-meter. Verglichen mit den Verhältnissen beispielsweise in den Schausälen der anthropo-logisch- ethnographischen Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, würdenunsere Sammlungen bei der äusserst gedrängten dichten Aufstellung zwei oder drei solcheSäle füllen, während die in den neun Stuben untergebrachten Stücke nebst den weg-gepackten Gegenständen mindestens zwei weitere Säle in Anspruch nehmen würden,worauf bei der Wahl eines künftigen neuen Heims gebührend Rücksicht zu nehmen sein wird.Verausgabt wurde für die Sammlungen insgesammt der Betrag von 1019 Kronen
85 Heller.
Die Vermehrung unserer Bibliothek betrug 107 Nummern, unter welchen wichtigeHandbücher und Tafelwerke in den„ Mittheilungen aus dem Verein und dem Museumfür österreichische Volkskunde" unserer Zeitschrift bereits besonders angeführt wordensind. Die Zahl der durch Tauschverkehr einlaufenden fachwissenschaftlichen Zeitschriftenund sonstiger periodischer Publicationen stieg um 6, beträgt daher jetzt 30. Die Anlegungeines Zettelkatalogs der Bibliothek sowie ihre Neuaufstellung wurde von Herrn BibliothekarJ. Thirring in dankenswertbester Weise durchgeführt.
Die Sammlung von Photographien und Bildern vermehrte sich um 178 Photos und34 Bilder. Ich hebe darunter die interessanten und werthvollen Serien photographischerAufnahmen von Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen aus Bosnien und Dalmatien von Herrn Franz Gaul sowiefünf höchst werth volle bäuerliche Malereien, egerländische Bauernhochzeiten darstellend,von demselben Herrn Sammler hervor.
Die Besuchsverhältnisse des Museums haben sich in erfreulichster Weise gebessert.Die Sammlungen wurden insgesammt von 792 zahlenden Besuchern und von rund 6800Personen bei freiem Eintritt gelegentlich der Führung von Schulen, Vereinen und anderenCorporationen( insgesammt 57 Führungen) besichtigt. Die Liste dieser corporativen Be-sichtigungen ist im VII. Bd. der Zeitschrift( passim) veröffentlicht. Mit grösster Genugthuungverzeichnen wir darunter den corporativen Besuch des hochlöblichen Wiener Gemeinde-rathes, der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer mit Herrn PräsidentenMax Mautner und Herrn Regierungsrath Dr. R. Maresch an der Spitze sowie desWiener Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenverein mit seinem Präsidenten HerrnGerstel, des Wissenschaftlichen Club und anderer ansehnlicher Vereinigungen. Wir hoffendas gesteigerte Interesse der Oeffentlichkeit durch unsere Leistungen festhalten zu können.Mit ehrfurchtsvollstem Danke gedenke ich der huldvollen Fürsorge, welche dererhabene Protector des Vereines Se. k. u. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr ErzherzogLudwig Victor allen Angelegenheiten des Museums entgegenzubringen geruhten, und derwiederholten Auszeichnung Höchstseines Besuches im Museum, über dessen befriedigendeFortschritte Se, kais. Hoheit sich stets mit hoher Anerkennung auszusprechen geruhten.
Innigste Dankbarkeit ist es auch, die ich dem hochverehrten Herrn PräsidentenSr. Erlaucht Graf J. Harrach schulde, welcher bei jeder Gelegenheit mit seinemganzen Einfluss für die Interessen des Museums eintrat und jeder seiner Angelegenheitendie gütigste und wohlwollendste Aufmerksamkeit zuwendete.
Von Herrn Verwalter Franz X. Grössl und Herrn Kanzlisten cand. jur. Carl Wachsbin ich, wie bisher, stets auf das Eifrigste unterstützt worden, wofür ich ihnen hier meinenherzlichsten Dank sage.
Den zahlreichen Förderern und Freunden des Museums sowie der gesammtenPresse möge die stetige fortschreitende Entwicklung des Museums, an welcher sie durchihre wohlwollende Haltung so werthvollen Antheil haben, die beste Genugthuung sein.Dem aufrichtigsten Dankeszoll hiefür gebe ich an dieser Stelle den wärmsten Ausdruck,indem ich die Bitte und die Hoffnung ausspreche, dass die Oeffentlichkeit durch ihreerhöhte Theilnahme die gemeinnützigen Aufgaben des Museums in verdienter Art zufördern nicht vergessen möge!