Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde8 (1902) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
8 (1902) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Mittheilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde. 65

strebungen gesprochen und eine vermehrte staatliche Förderungunseres Museums in bestimmte Aussicht gestellt worden ist. Einersolchen Förderung seitens der hohen Unterrichtsverwaltung durchdie Uebernahme des Museums für österreichische Volkskunde in diestaatliche Verwaltung darf sich die Vereinsleitung mit um so festererZuversicht versehen, als in der anderen Reichshälfte seitens derungarischen Regierung die Begründung einer staatlichen Pflegestätte fürdie vaterländische Ethnographie bereits seit mehreren Jahren verfügt unddurch Beistellung eines eigenen Hauses sowie eines entsprechendenwissenschaftlichen Beamtenstabes mit reichen Mitteln verwirklicht ist.

Von der Zeitschrift für österreichische Volkskunde liegt derVII. Jahrgang abgeschlossen vor, in welchem wieder werthvolle Bei-träge und Nachrichten über die verschiedensten Völkerstämme desReiches mit strengster Unparteilichkeit zusammengefasst erscheinen.Es ist sehr zu wünschen, dass die Mittel unseres Vereines es baldigstgestatten, die werthvollen Sammlungen literarischer Art auf demGebiete des Volksschauspieles sowie in gewissen Zweigen der Volks-dichtung namentlich der Grabsprüche wie sie sich beimRedacteur unserer Zeitschrift Dr. M. Haberlandt angesammelt haben,der Oeffentlichkeit übergeben zu können. Auch eine grössere Zahlwerth voller Beiträge zur österreichischen Hausforschung, welche HerrnDr. Haberlandt zur Verfügung gestellt worden und im Rahmenunserer Zeitschrift nicht unterzubringen sind, harren der Publication.Endlich erheischt das reiche und zum Theil noch unbekannte Samm-lungsmaterial des Museums für österreichische Volkskunde stets ge-bieterischer ein Publicationsorgan, welches ermöglichen würde, ge-wisse werthvolle Serien der Sammlung, wie die bäuerlichen Majolikenaus den Alpenländern oder aus Mähren, die Krippensammlung, dieHolzschnitzereien, die südslawischen Spinnrocken, die Collectionenvon Ostereiern, die alpinen und czechoslawischen Stickereien, diePerlenarbeiten aus der Bukowina, die Beleuchtungsgeräthschaftenu. s. w. in einem fortlaufenden Tafelwerke, entsprechend bearbeitet,.vorzuführen. Auch in dieser Hinsicht müsste die staatliche Förderungbaldigst eingreifen, sollen die vollen Erfolge unserer Sammelthätigkeitder Wissenschaft gesichert werden können.

Die Mittel zu unserer Thätigkeit gewährten nebst den regel-mässigen Beiträgen unserer Mitglieder die Subventionen und Spenden,unter welchen ich die zum ersten Male in der Höhe von 6000 Kronengewährte Subvention des hohen k. k. Ministeriums für Cultus undUnterricht mit geziemendem Danke hervorhebe. Die neuerliche Be-willigung einer Subvention von 1200 Kronen seitens des löblichenGemeinderathes der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien erfülltuns mit lebhafter Befriedigung. Mit wärmstem Dank verzeichne ich dieSubventionen des hohen niederösterreichischen Landtages, der Erstenösterreichischen Sparcassa sowie der hohen k. k. niederösterreichischen

Zeitschrift für österr. Volkskunde. VIII.

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