Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde8 (1902) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
8 (1902) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Sagen aus Klaffer und Umgebung in Oberösterreich.

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z' arg trieb'n!<< sagte der Schwarzkünstler und schloss das Buch.Zum Bestohlenen aber sagte er:» Hol' Dir Deine Sache, drausst( draussen) auf der Gred( der etwas erhöhte Theil vor der Hausthür)liegt's<< Der Mann ging hinaus, und richtig, da vor dem Hausthorelag das zurückerstattete Gut. Der Dieb hatte, von einer dämonischenMacht getrieben, mit dem Gestohlenen so schnell laufen müssen, alsder Schwarzkünstler Kreise gemacht hatte.

Ein anderer Schwarzkünstler lebte in der Nähe des eben Ge-nannten, und zwar im Dorfe Pfaffetschlag. Dieser stand einst amAndechsbache mit einem anderen Bauer bei seiner Bleiche. Da kamensie zufällig auf die Jagd zu sprechen, die an dem betreffenden Tagestattfand.» A so a zween Jager möcht' i doh heunt seg'n,« sagte derEine.» Dås kånnst schon håb'n,« sagte der Andere und ging in dieBleichhütte hinein, wo er in einem dicken Buche las. Da erschienenam» Viehsaum«( Waldrand)» zwei grüne Kunten« mit der Flinte überder Schulter. Er las noch weiter, die zwei Jäger gingen direct aufdie Bauern zu, quer durch die Fluren hindurch. Als nun der eineBauer sprach:» Die Zween kenn' i åber net,« schaute der Leser aufund begann die ganze Stelle von rückwärts zu lesen, worauf die zweiJäger umkehrten.» Hiatzt war's ma båld schlecht gånga!« sprach er,liess den Anderen stehen und ging nach Hause.

Zauberschmiere.

Eine alte Bäuerin, die wenig Glück mit ihrem Vieh hatte, riefin ihrer Verzweiflung die Hilfe des Teufels an. Er erschien ihr auchund fragte nach ihrem Begehren. Sie klagte ihm ihr Leid und batihn um Hilfe. Da holte Helfer Satan aus der fettigen Tasche einSchächtelchen mit Schmiere hervor und sagte:» Wenn Du mit dieserSchmiere den Zapfen der Buttermaschine schmierst, so kannst Du ausWasser Butter gewinnen. Aber Du musst mit Deinem eigenen Blutediesen Contract unterschreiben, wornach Deine Seele nach DeinemTode der Hölle verfällt.« Das gewissenlose, gewinnsüchtige Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibunterschrieb. Nun ging es rasch aufwärts mit der Wirthschaft, Butterund Schmalz hatten sie in Hülle und Fülle. Der Nachbarin kam aberdie ganze Geschichte verdächtig vor; sie suchte stets die Ursache hievonzu erfahren. Eines Sonntag Vormittags nun, als sie gaumen( Haus-hüten) musste, schlich sie sich an der Nachbarin Haus und sah, dassdie Fenster verhängt waren. Da die Vorhänge aber nicht gut schlossen,so sah sie durch eine Spalte das ganze Treiben ihrer Nachbarin, wiesie Wasser in die Kübel schüttete und den Zapfen einschmierte; siesah auch das Versteck, in welches sie die Schmiere steckte. In einemgünstigen Augenblicke nun entwendete sie einen Theil der Schmiere.Des Nachts wollte auch sie solch eine billige Butter ausrühren; esgelang. Auch die zweite Nacht ging Alles ganz gut. Aber in derdritten Nacht klopfte plötzlich Jemand ans Fenster und rief:» Wånnst