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Haberlandt.
Balisâtazû«, selbst Steinmauern sorgfältig abgeschlossen und geschütztsind. Bei hereinbrechender Dämmerung sammeln sich da die Melker,meist Kinder oder alte Mütterlein mit ihrem hochrothen Fazanedli( Kopftuch) und erwarten vor oder in der Hütte, auf niederem Schemelkauernd, die schnellfüssige Herde. Nur am Sonntag Vormittag treibtder Pfistor( Geissbub), auch Hertschi( Hirtchen), die Ziegen nicht aus,auch die Scheunen werden an diesem Tage verschlossen, nachdemman darin die Ackergeräthe, die Seile mit dem Trügle, die Misskrätaoder Kretza( Körbe zum Düngertragen) etc., sorgsam verwahrt hat. Auchdie zahllosen Heuba( Heustöcke) finden an einem Schragen aussen ander Scheuerwand schön geordnet ihren Platz.
Die übrigen zum Gute gehörigen Gehöfte liegen inmitten derweiter entfernten Grundstücke oben auf den Bergen und sind entwederdie» Dieja«( Alpenhütte) oder die» Barga«( kleiner Heustadl). In beidenwird das Gras, das die Woche über auf der Halde geschnitten worden,aufbewahrt und dann im Spätsommer oder Herbst in riesigen Bündelnauf dem Rücken herabgetragen. Die Dieja enthält ausser dem Scheuer-raum noch eine nothdürftig eingerichtete, kleine Schlafkammer sammtKüche,» die Bretscha«. Oft hat die Hütte auch mehrere Besitzer; dannist der Eigenthümer eines Antheiles der Bretscha und der gemeinsamenAlpe der» Gmênder«. Die Mähder kommen am Sonnabend ins Thalherab, und, ob Mann oder Mädchen, sind sie im Lodenmantel mitRucksack, Bergstock und ihrer» Nos«( Geiss).
Die Feld- und Hausarbeit besorgen im Montavonthal die älterenLeute, die Mädchen und halbwüchsigen Jungen. Der spärliche Ertragdes Feld- und Wiesenbaues, wie der Viehzucht reicht für die vielenKöpfe der Familie nicht aus; denn der Kindersegen ist im Mon-tavonthal sehr gross und die schwerste Arbeit,» an TschuppaFratza- n- ofzuha«, ist schier fast in jedem Haus gang und gäbe. Soziehen denn die jungen Burschen und Männer, selbst auch MädchenSommers über, etwa vom März bis November, in die Fremde( Frank-reich, Deutschland), um sich als Krautschneider und Gypser zu ver-dingen. Die Erzeugung von Krauthobeln bildet deshalb auch einenwichtigen Industriezweig das Thales.
So ist auch nur im Winter die ganze Familie daheim im rein-lichen, oft recht malerischen Wohnhaus, auf das der Montavoner inseinem tiefgewurzelten Ordnungssinne grosse Sorgfalt verwendet. Dieältesten Häuser sind Holzbauten mit an verschiedenen Stellen desErdgeschosses eingefügtem Mauerwerk. Der Balcon fehlt, dafür istseitlings ein überdachtes Vorhaus,» die Lauba«, häufig, womit übrigensauch der Hausflur bezeichnet wird. Zwischen den breiten, grossen,blumengeschmückten Fenstern mit den leuchtend grünen Läden ragthie und da in der Mitte des Hauses ein grosses Christuskreuz empor;daneben fehlen nicht in das Mauerwerk eingefügte bemalte Holzreliefs,Frescomalereien oder unter Glas und Rahmen befindliche Heiligen- und