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Kleine Mittheilungen.
wird das Ei in die schwarze Lösung gebracht, womit die Ausschmückungbeendet erscheint; das ganze Ei ist nun in Wachsstreifen freilichverschiedenen Alters eingehüllt, die schliesslich durch Wärme ent-fernt zu werden brauchen, um das kleine Kunstwerk in seiner vollenSchönheit erscheinen zu lassen.
Selbstverständlich gibt es für die Bezeichnung der mannigfachenOrnamente eine besondere Terminologie.
Die Phantasie der Arbeiterin ist unerschöpflich, es wäre schwer,zwei völlig gleiche Exemplare zu finden. Dennoch lassen sich gewisseTypen aufstellen, namentlich das geometrische polychrome Ornamentund das stylisirte Blumenornament, beide der Eiform vollkommen an-gepasst und an die Stickereien einerseits, an die keramischen Erzeug-nisse andererseits erinnernd. Auch lässt sich eine ausserordentlicheUebereinstimmung mit den rutenischen Formen deutlich nachweisen.
II. Kleine Mittheilungen.
Die Hirschauer Stück'In.
Von Marie Bayerl, Silberberg.
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Hirschau ist ein sehr freundliches, rein gehaltenes Dorf mit eigener Pfarre undeinem Schulkloster. Es liegt im Böhmerwalde, hart an der bayerischen Grenze, beimsogenannten Neumarker Passe. Seit Altersgedenken erzählt man sich komische Streiche,die dort verübt wurden und die den Ort sprichwörtlich gemacht haben. Anderen Tradi-tionen zufolge sollen die„ berühmten Hirschauer Stück'ln" ihr Dasein dem bayerischenOrte Hirschau verdanken.
Thatsache ist aber, dass man noch heute die Bewohner des obenerwähnten Ortesdeswegen neckt, wofür sich diese in mehr oder minder zarter Weise rächen; ich werdezum Schlusse dieses Aufsatzes diesbezügliche Beispiele anführen.
damit man nichts„ vertatsche"
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Die Hirschauer haben einmal Salz gesäet und es gingen Brennessel auf. Man ver-kostete sie, und weil sie brannten, hielt man sie für Salz. Nun meinten Einige, mitten imFelde müssen die Pflanzen noch schärfer sein, und um dies zu erproben, trugen den Vor-stehervier Männer auf der„ Misttrogn“ nackt hinein.Auf dem Kirchthurme ist ihnen einmal Gras gewachsen. Da auf dasselbe die ganzeGemeinde Anspruch hatte, so zog man den Gemeindestier hinauf, damit er es abfresse.Als er, durch den Strick erdrosselt, die Zunge herausstreckte, riefen Alle erfreut:„ Segt'sEs, wej r si af' s Gros g'frait, er bleckt scho d' Zun( g) assa".
Sie hatten nächsten Sonntag Wallfahrt. Als sie sahen, was sie mit dem Stier an-gestellt, schlachteten sie ihn, um aus ihm Würste zu dem Feste zu machen. Nun hatte.man aber keine so lange Pfanne, wie das Gedärme. Als sie so rathlos dastanden, flogüber ihnen ein Schwarm Wildgänse, die riefen:„ Zwiefach! zwiefach!" Da sagten sie:„ Aha!Zwiefach mou mr d' Wurscht einilegn!"
Noch heute sagt man, wenn man zu den Hirschauern auf die Wallfahrt gehtden zweiten Sonntag nach Ostern:„ Geh mr af d' Zwiefach af d' Bummelwurscht!"Sie hatten auch eine Wiese, die war zu weit vom Orte entfernt. Sie wollten sienäher haben und da schlugen sie an ihrer Grenze Pflöcke ein, in die sie Ochsen spannten:„ Hot wieh!" schrien sie. Da ging der Wind und bewegte die Gräser...„ Sie gejt scho!sie gejt scho!" riefen Alle voll Freude.
Einst fingen sie einen Krebs, und da er eine Scheere hatte, so hielten sie ihn füreinen Schneidermeister und legten ihn auf ein schönes Stück Tuch. Wie der Krebs voran-