Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Die Juden in der Bukowina.

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Arten Mazzoth, und zwar für Nachfolger des Koihen( Aaron), Lewiund Israel bereitet. Aus der Lewimazza wird die Hälfte abgebrochen,in ein Handtuch eingewickelt und zwischen den Pölstern versteckt.Diese Hälfte wird» Efikoimon« genannt. Die Kinder pflegen dieseHälfte zu suchen, nehmen sie auf verstohlene Art, und der Vater mussdie Zurückerstattung durch Geschenke erkaufen.

Am ersten und zweiten Osterabend, welche Abende» Arbe Koisis«<genannt werden, pflegt man den» Seder« zu machen, das heisst, eswird auf den Tisch eine kostbare Schüssel mit drei Stück Mazzoth,eine, wenn möglich, mit rothem Wein gefüllte Flasche und ein Knochenmit Fleisch aufgestellt. Der Knochen stellt die alten Opfer vor. Wennman keinen natürlichen Wein hat, so wird einer aus Rosinen bereitet.Jedes Kind muss ein Glas Wein vor sich haben. Ueber diesen Weinwerden an diesen zwei Abenden viermal Gebete gesprochen. DieserWein stellt das über den Befehl der egyptischen Herrscher, derPharaone, vergossene Blut der jüdischen Kinder dar. Das Fleisch er-innert an das Osterlamm, welches die Juden vor ihrem Auszuge ausEgypten gegessen haben.

Ferners pflegt man einen Sessel, auf dem Niemand Platz nimmt,vor den Tisch und eine Flasche Wein auf den Tisch zu stellen. Manglaubt nämlich, dass an diesen Abenden der Prophet Elias ins Hauseintreten, auf diesem Sessel zu Tisch sitzen, aus den vorbereitetenSpeisen kosten und von dem Weine trinken werde, weshalb man dieThüre angelweit offen lässt.

Während der Osterfeiertage essen die Juden Mazza, Erdäpfel,Geflügelfleisch und rothe Rüben, aus denen Barscht gekocht wird.Der Barscht aber muss vierzehn Tage vor Ostern fertig und nur ausrothen Rüben und Wasser hergestellt sein. Sie essen auch Kren zurErinnerung an die in Egypten erduldeten Drangsale und kochenAepfel, Nüsse und Ingwer zusammen, zur Erinnerung an die Farbedes Lehmes, aus dem sie in Egypten Ziegel machen mussten.

Nach Ostern kaufen die Juden Hefe oder nehmen Gerbenteig,» Schoviot«<, von den Christen und backen Brot. In keinem Falledürfen sie diese Artikel von Juden nehmen.

Am 6. des Monats Sivan( Mai) feiern die Juden das Pfingstfest.Da essen sie nur Milch, Käse und Butter zur Erinnerung an dieVerheissung Gottes auf dem Berge Sinai, dass er ihnen das LandKanaan, wo Honig und Milch fliesst, zu eigen geben werde.

Am neunten Tage des Monats Ab( Juli) beweinen die Juden dendurch den römischen Kaiser Titus zerstörten Tempel von Jerusalem.Die Rabbiner sitzen auf dem Erdboden und essen ein gebratenes, mitder Asche eines Leinwandstückes bestreutes Ei. Dieses geschieht zumZeichen der tiefen Trauer, und dieses Essen heisst» Saida Amafsaucis«.

Es wird auch ein neuntägiges Fasten gehalten, und am Zer-störungstage des Tempels ist bis zu Mittag weder zu essen und

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