Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
Einzelbild herunterladen
 
  

Holzzeit im Böhmerwalde.

157

Schwingen. Fichte und Tanne nennt man collectivisch Gråssabama. Gråssa= Zweige vomNadelholz dienen als Einstreu.

18. Pinus silvestris L., Kiefer, Feara, Kej( n) feara. H: a fearas Holz. AnVerbreitung der Fichte zunächstkommend. Möbel.( Wäre gutes Bauholz), wird aber alssolches nicht verwendet.( Auf der volkskundlichen Ausstellung in Lemberg war einBauernhaus aus Zakopane, Westgalizien, von Kiefernholz erbaut.) Früher Späne. Meistals Brennholz verwendet. Früher hatte man in den Stuben neben dem Ofen ein vier-eckiges Loch ausgemauert. Beim Ofen wegen der Nähe des Zuges in den Rauchfang.Dort brannte man zerhackte Kienstücke. Sie brannten, wie mir versichert wird, wieKerzen. Zur Abwechslung brannte man aber auch Späne. Dieses Loch war die Kej( n)-lächtn"( Kienleuchte). Kej( n) die harzigen Holztheile. Eine solche Kienleuchte findet sichnoch im Hause des Martin Grassl in Silberberg.

19. Pirus Aucuparia Gärtner, Eberesche, Vogelbeerbaum, Pfoalbabam. H; apfoalbabama( r) s Holz. Sehr selten. Sensenwarbe aus diesem Holze werden weiss wieahornene. Auf Eberesche kann man auch Birnen pelzen( veredeln). Kleinere Gegenstände,20. Pirus communis L., Birnbaum, Bia( r) nham, H: a bia( r) nbama( r) s Holz.Tischlerarbeiten, kleinere Gegenstände.

21. Pirus malus L., Apfelbaum, Epflbam. H: a- n- epflbama( r) s Holz. KleinereGegenstände, Handhaben, Stiele. Das holzepflbamane Holz" dient gut zu Kampradzähnenin Mühlwerken.

22. Populus pyramidalis Rozier, Pyramidenpappel, Poplbam, H: a poplbama( r) sHolz. Selten. Backtröge, Kne( d) lkoor* ¨runde Knetschüsseln, in denen Knödelteigewie Hefenteige angemacht" werden.

23. Populus tremula L., Espe, Zitterpappel, Eschpen. H: a- n- eschpas Holz.Keile in den Holzwänden. Es ist das weichste Holz, am leichtesten zu bearbeiten.Man schnitzt hier Kochlöffel daraus. Das Geflecht der Kirmen( grosse Tragkörbe) bestehtaus Espenschienen; Kne( d) lkoore, Tröge; mit der Lauge von Espenholzasche verdirbt mandie Wäsche. Mit Espen werden auch Hasen und Rehe im Winter gefüttert.

24. Prunus avium L., Kirschbaum, Kea( r) schschbam. Ha kea( r) schischbama( r) sHolz. Tischler- und Wagnerholz. Möbel, Speichen.

25. Prunus Cerasus L., Weichsel, Wäxlbam. H; a wäxlbama( r) s Holz. Pfeifen-röhrchen, kleinere Dinge.

26. Prunus domestica L., Zwetschkenbaum, Zwätschschbam, Zwätschkabam.Drechslerholz; Rocken, Theile des Spinnrades, Weberschiffchen," Schützn" genannt,Klipplröhrlein oder Klöppelröhrlein zum Spitzenklöppeln, Rockenhölzchen am Rocken, mitwelchem die Rupfen angespiesst wird, schmale Fassdauben, die der Binder zur Ver-schönerung in Kufgeschirren anbringt und die durch ihre dunkle Farbe hervorstechen.Der Gemeindeschlägel, Gmoi( n) schlegl, der vor Ausschussitzungen im Dorfe herumgeht.27. Prunus insititia L., Kriechenpflaume, Krejchabam. Selten. Aehnliche Ver-wendung wie Nr. 26.

28. Prunus spinosa L., Schlehdorn, Schlejastå( d) n. H: a schlejana Stäcka. Gehstöcke.29. Quercus L., Eiche, Oichchalbam, Oicha. H: a- n- oichas Holz. Ist sehr selten.Kleinere Möbel, die grösseren sind aus billigeren Holzarten; Radhaufen( Naben), Fässer,Gehstöcke, Viertelmassl; die eichenen Hackenhal( Stiele) sind die besten, besser als diebuchenen.

30. Rhamnus cathartica L, Kreuzdorn. Nicht bekannt, nicht verwendet.

31. Rhamnus frangula L., Faulbaum, Wilda( r) Hola( r), Holz nicht verwendet.32. Rosa canina L, Hundsrose, Dernstau( d) n. In der Schützn" des Webers der Zweck" aus diesem Holze, das bart ist wie Glas.

33. Rubus Idasus L., Himbeerstrauch, Hulbastau( d) n, Holbastå( d) n. Spulchen fürden Weber. Sie sind 7 cm lang. Darauf kommt das Garn.