Holzzeit im Böhmerwalde.
II.
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Welche Holzarten kennt das Volk, welche Namen hat es fürdieselben und welche davon verwendet es und wozu? Oder kurz:Welche Holzarten sind volksthümlich?
( Abkürzung: H Name des Holzes.)
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( Meine Wissenschaft setze ich in Klammern, das Uebrige ist ausdem Volksmunde.)
1. Abies alba Miller, Tanne, Donabam.
H: tena( r) s Holz. Es ist ein schweres Holz, weshalb man bei Werkzeugen,Rechen u. s. w. nicht gerne tannene Handhaben hat. Auch zu Dachrinnen eignet es sichnicht, da die Tannen nicht so hoch werden wie die Fichten und auch wegen derSchwere. Wasserleitungsröhren, Balken, Bretter, Kransen zur Sense, Streichbrett beim Pfluge.2. Acer platanoides L., Spitzahorn, Lai( n) bam. H: Lai( n) bama( r) s Holz. Zu Sens-warben. Das Holz ist schwerer und härter als das des folgenden Baumes.
3. Acer Pseudoplatanus L., Weisser Ahorn, Fladerbaum, Ouhåa( r) n. Drechslerei;Teller, Büchsen u. s. w.; Alles wird schön weiss. Senswarbe, Rechenhäupter, Wagen-haufen= Radnaben; die dünnen Bäumchen benützt der„ Kirmzäuner".
4. Aesculus Hippocastanum L., Gemeine oder Rosskastanie, Kastanebam. DasHolz wird wegen der grossen Seltenheit nicht verwendet.
5. Alnus glutinosa Willdenow, Gemeine Erle, Irlbam. H: irlbama( r) s Holz.Pumpenstiefel. Die ledernen Ventilklappen desselben erhalten zur Beschwerung Kappenaus Erlenholz. Die Kümpfe der Mähder, die Röthfässchen der Zimmerleute. Letztere habenzwei Böden; der obere ist ausgeschnitten zur Aufnahme der rothen Farbe und besitztausserdem noch ein Löchlein, durch das die Schnur geht. Die Wand desselben bestehtaus einem gebohrten Stammstücke; die Böden jedoch sind aus Eschenholz oder Eiche.Buchenholz würde„ rusch" werden, Erlenholz zu viel schwinden. Man setzt diese Bödenein und lässt das Wandstück sich zusammenziehen. Zu den Böden könnte man auchFichtenholz nehmen; dieses ist aber zu weich, die Schnur würde das Loch zu bald aus-fressen und sich an der entstehenden Erweiterung zu stark abnützen. Das Holz ist unterWasser geradezu unzerstörbar. In Thaldörfern muss man beim Bauen, falls man beimGraben auf keinen Grund kommt, erst Erlenpiloten schlagen. Holzschuhe aus Erlenholzsind zu schwer. Man hält es für ein schlechtes Brennholz.( In Wirklichkeit ist es einsehr gutes.) Möbel werden nicht daraus gemacht, dazu ist es zu viel verachtet.( Es unter-liegt auch zu stark dem Wurmfrasse.) Früher hatte man oft auch Erlenspäne zur Be-leuchtung.
6. Berberis vulgaris L., Sauerdorn oder Berberitze, Wai( n) schalala( Plural).Gehstöcke, Rechenzähne, Messerschalen, Cigarrenspitzen. Wo viele Stauden sind, kommtder Mehlthau oder Brand ins Getreide.( Durch die Wissenschaft bestätigt.) Holz gelb. Ausdiesem Holze haben sie für unseren Herrgott die Krone gemacht.
7. Betula alba L., Weisse oder gemeine Birke, Biacka. H: biackas Holz. GutesBrennholz. Aus der verwachsenen Wurzel junger Bäumchen Pfeifenköpfe, ganze Pfeifen.Zweige: Besen, Ruthen. Die Aeste, wie dünne Stämmchen geben Fassreifen. Aus derRinde Tabakdosen.
Holz Späne zum Brennen( Leuchten). Sie wurden auf eigene Art gedreht, auchgehobelt. Schöne Birken hiess man Spanbirken." Was thäten wir denn thun, wenn wirkeine Birken hätten," sagten die Bauern und schonten ihre Birkenanflüge. Besondersbeliebt waren die Spanbirken vom Sternhof. Holzschuhe, Eggen, Streichbrett des Pfluges,Nägel beim Senswarb, der Schiebkarren, besonders Träger, Hörner und Ueberschuss des-selben, die Deichsel des Wagens.
In Ahorne, Birken und Buchen wurde früher oft mit einem kleinen Eiger( Bohrer)ein Löchlein gebohrt, darein ein Spulal( Federkiel) gesteckt und ein Topf dazu gestellt.
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