Kleine Mittheilungen.
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unter die Augen. Schliesslich gelang es mir, die Person ausfindig zu machen, die über dieHerkunft dieses Eies zu berichten wusste. Das Ei stammt aus Neudorf bei Ung.- Ostra inMähren und wurde von Frau Chmelar, der Gattin des Gemeindehirten in Neudorf, bemalt,welche solche Eier à 20 kr. alljährlich zum Verkaufe bringt. Sie hat einige dieser Eierihren Verwandten in Unter- Themenau, welche wieder sie an andere Leute verschenkt hatten,zum Geschenke gemacht. Wie die Bemalung solcher Ostereier geschieht, konnte ich beiden hiesigen Leuten nicht erfragen.
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Bauopfer.
Von Dr. Hans Schukowitz, Graz.
Während meines Ferienaufenthaltes in dem alten Marchfeldstädtchen Marcheggwnrde gelegentlich der Demolirung eines angeblich aus dem 16. Jahrhunderte stammendenBaues ein Rindsschädel, der unter dem Hausflur regelrecht eingemauert war, blossgelegt.Hiebei erinnerte ich mich einer Mittheilung, die mir seinerzeit der alte Hufschmied ausMalaczka in Ungarn gemacht hatte: In seiner Werkstatt, sagte er, seien seit uralter Zeitdrei Glückseisen" eingemauert( eines unter der Thürschwelle, eines unter dem Blasbalgund das dritte unter der Esse). Auch im„ Urquell",( III, 1892, S. 233) finden wir dieinteressante Nachricht verzeichnet, es seien bei Abbruch der alten Forsthauses Goldbrucheingemauerte Pferdefüsse aufgedeckt worden. Es liegt nun die Vermuthung nahe, dass wires hier mit Spuren jenes heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Glaubens vom Bauopfer zu thun haben, die hieund da noch heute unter unserem Volke in der verblassten Meinung fortleben, es müssein jedes Gebäude, soll es vor Unglück bewahrt bleiben, so ein Glücksding mit eingemauertwerden. Mittheilungen über derartige Funde und noch heute bestehende Bräuche wärennun für den Folkloristen insofern von grossem Werthe, als ihm hiedurch treffliche An-knüpfungspunkte an jene entschwundene Sitte geboten und andererseits auch ein nichtzu unterschätzendes Kriterium zur Beurtheilung der Errichtungszeit eines Baues ge-schaffen wäre.
Unterlegte Verse.
Von Dr. Hans Schukowitz, Graz.
Das poetisch veranlagte Volk Oesterreichs, das eine grosse Menge aus seinemSchosse hervorgegangener sangbarer Lieder besitzt und in den neckischen Schnadahüpfelnselbst die Stegreifdichtung nicht ungeschickt pflegt, liebt es auch, in seinem übersprudelndenHumor feststehenden Melodien von
a) Kirchen-,
b) Studenten-,
c) Vaterlandsliedern,
d) Couplets, und
e) Signalen( Militär, Feuer, Schiff, Postillon, Jagd etc.) meist im parodistischenSinne selbstgedichtete sangbare Texte unterzuschieben, welche nicht selten voll kernigenWitzes sind und durch die Naturwüchsigkeit der Anschauung und Form unwillkürlicheHeiterkeit erzielen. Sehr umfangreich scheint die Zahl der den conventionellen Signalenunterschobenen Texte zu sein. Zwei Beispiele zu e:
Fåhr'ma auf da Schneckarlpost,
Wo's uns koan Kreuzar kost',
Fåhr ma, fåhr ma, fåhr ma auf da Post.[ Postillonsignal.]
Wånn da Jaga schiass'n geht,
So geht er hintar's Haus,
Und wånn er koane Hås'n siacht,
So geht er wieder z'Haus.
[ Soldatensignal.]
Es wäre nicht uninteressant, derartige volksthümliche Dichtungen zu sammeln undsie mit gleichartigen Erzeugnissen ausländischer Völker zu vergleichen. Zudem erführehiedurch unser Volkslieder- und Kinderreimschatz eine namhafte Bereicherung.