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Kleine Mittheilungen.
II. Kleine Mittheilungen.
Roland- Sprüchlein.
Von Heinrich Ankert, Leitmeritz.
Am nördlichen Strebepfeiler des alten Rathhauses in Leitmeritz steht frei ein Roland-Standbild. Auf einem im Renaissancestyl gehaltenen Postament, das mit Männer- undEngelköpfen im Relief geschmückt ist und welches das Stadtwappen mit der darüberbefindlichen Jahreszahl 1539 trägt, steht der Roland ein kleines, bärtiges Männchen,das in seinem enganliegenden Kettenpanzer und mit seiner Kettenhaube fast unbekleideterscheint. Die linke Hand ruht am Schilde, auf welchem ein Beutel( Börse) sich befindet,die rechte, leider seit längerer Zeit verstümmelte Hand trägt eine Keule.
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In Leitmeritz erzählt man sich von unserem Roland Nachstehendes: Ein Vater, derfür die Erziehung seiner Kinder sein Möglichstes aufgewendet hatte, wurde im Unglückevon denselben verlassen. Erbittert von deren Lieblosigkeit, bestimmte er den letzten Restseiner Habe zur Herstellung des Standbildes. Diese Hinterlassenschaft des Vaters soll derSage nach den Widmungsspruch getragen haben:
Wer seinen Kindern, selbst in Noth,Gibt das tägliche Brot,
Den schlag ich mit der Keule todt.*
Fast gleich lautet eine Inschrift auf einer Keule, die auf dem Rathhause zu Stagartin Pommern verwahrt wird:
Wer seinen Kindern jung gibt Brot
Und leidet im Alter selber Noth,
Den soll man schlagen mit dieser Keule todt.
Ostereier in Themenau in Niederösterreich.
Von Benj. Kroboth, Ober- Themenau.
Mit dem Bemalen der Ostereier beschäftigt sich in Ober- Themenau die 78 Jahrealte Frau Helene Pochily Nr. 135. Sie ist im Stande, 50-60 an einem Tage zu bemalenund hat im Jahre 1898 über 500 Eier für junge Mädchen und andere in Ober- und Unter-Themenau bemalt. Für das Bemalen eines Eies zahlen ihr die Mädchen 2 kr., müssen ihraber bereits gekochte Eier bringen, weil einige während des Abkochens springen könntenund sie dann solche durch andere ersetzen müsste, wodurch der armen Frau ein empfind-licher Schaden zugefügt werden möchte. Durch Schaden ist auch sie schon klug geworden.Die von ihr bemalten Eier kommen weit herum, da solche die Eltern an ihre beim Militärbefindlichen Söhne oder an Freunde und Bekannte verschicken. An diesen Eiernfinden wir zumeist Pflanzenornamente, weniger häufig Hirsche, Adler, Menschengestalten.Doch bemalen auch ledige Mädchen Ostereier, um sie an ihre Tänzer oder Liebhaber zuverschenken. Auf solchen Eiern kommen ausser Pflanzenornamenten auch das obligateTäubchen mit einem Brief im Schnabel, die Anfangsbuchstaben des Vor- und Zunamensetwas Herzförmiges fehlt wohl auch nicht daran und eine Widmung„ Aus Liebe" oder„ Zum Andenken" vor. Alle diese Formen sind mit einem Messer an dem gefärbten Eiausgekratzt, die Ausführung ist bald mehr, bald weniger gut geglückt.
In Unter- Themenau führt die Bemalung der Ostereier Frau Valla aus, bei welcherjedes bemalte Ei 5 kr. kostet, doch stellt sie sich auch zufrieden, wenn man ihr für vierbemalte fünf rohe Eier bringt. Die oft zarten Ornamente erzeugt sie mit Hilfe von Scheide-wasser. Alle Eier, die von ihr stammten und mir zu Gesicht kamen, trugen nur Pflanzen-ornamente. Die Malerei eines anderen Ostereies aus Unter- Themenau war recht hübschund sehr regelmässig ausgeführt, doch die Art derselben musste Jedem, der unter denhiesigen Croaten bemalte Ostereier schon gesehen, auffallen. Als ich der Sache nähernachging, erfuhr ich, dass dieses Ei nicht in Unter- Themenau, sondern anderwärts bemaltworden ist. Landshut in Mähren wurde mir als der Ort bezeichnet, woher dieses Ei stamme,doch dieser Ort ist nicht gar so weit von Themenau, insbesondere für einen Radfahrernicht. Derart bemalte Eier gab es aber hier nicht, mir kamen wenigstens solche nicht